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29.12.2015

08:52 Uhr

Banken und Bargeld

Weniger Datenklau am Geldautomaten

Datendiebe kommen am Geldautomat in Deutschland immer seltener zum Zug, sagt eine Branchenstudie. Doch noch finden die Kriminellen Löcher im System. Das Bundeskriminalamt warnt.

Kriminelle sind einfallsreich, wenn es darum geht, Daten zu hacken. dpa

Geldabheben am Automaten

Kriminelle sind einfallsreich, wenn es darum geht, Daten zu hacken.

FrankfurtGeklaute Kartendaten von Bankkunden lassen sich in Europa kaum noch zu Geld machen - eigentlich. Dass in Spanien eine große Bank einen Teil ihrer Geldautomaten noch nicht auf die moderne EMV-Technik umgestellt hatte, nutzten die Täter gnadenlos aus. Sie setzten in der Region gezielt Kartendubletten ein. Das sei ein Ausreißer, heißt es in der Branche. Doch der Fall belegt: Der Wettlauf um sicheres Plastikgeld ist für die Banken trotz rückläufiger „Skimming“-Zahlen noch nicht gewonnen.

Dennoch zeigen die Milliardeninvestitionen von Finanzindustrie und Handel in mehr Sicherheit beim Plastikgeld Wirkung. In Deutschland kommen Kriminelle an Geldautomaten immer seltener zum Zug, wie jüngste Zahlen zeigen: Von Januar bis Ende November 2015 manipulierten Kriminelle nach Branchenangaben bundesweit 111 Automaten, um Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von Bankkunden auszuspähen. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre steigt diese Zahl im Dezember – wenn überhaupt – kaum noch an. Im Gesamtjahr 2014 wurden 145 manipulierte Geldautomaten gezählt.

Die teuersten Banken zum Geldabheben

Gebühren für fremde Kunden

Wer bei einer fremden Bank Geld abheben möchte, muss in der Regel zahlen. Allerdings unterscheiden sich die Gebühren von Bank zu Bank enorm. Die Übersicht zeigt die für Fremdkunden teuersten Banken zum Stichtag 15. Juli. Quelle: FMH

Platz 1

Stadtsparkasse Düsseldorf

Gebühren: 4,75-5,75 Euro

Platz 2

Volksbank Weingarten, Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg, Sparkasse Uckermark, Sparkasse Mecklenburg-Nordwest, Kreissparkasse St. Wendel

Gebühren: 5 Euro

Platz 3

Bordesholmer Sparkasse

Gebühren: 4,98 Euro

Platz 4

Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld, Kreissparkasse Börde, Kyffhäusersparkasse, Ostsee-Sparkasse Rostock, Sparkasse Bamberg, Sparkasse Benheim, Sparkasse Elbe-Elster, Sparkasse Kulmbach-Kronach, Sparkasse Köln-Bonn, Sparkasse Mittelsachsen, Sparkasse Rhein-Nahe

Gebühren: 4,95 Euro

Platz 5

Kreissparkasse Heidenheim, Sparkasse Regensburg

Gebühren: 4,90 Euro

Platz 6

Sparkasse Südwestpfalz

Gebühren: 4,85 Euro

Platz 7

Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam, Sparkasse Amberg-Sulzbach, Sparkasse Saarbrücken

Gebühren: 4,80 Euro

Platz 8

Hamburger Sparkasse, Kreissparkasse Birkenfeld, Kreissparkasse Weilburg, Sparkasse Mittelholstein

Gebühren: 4,75 Euro

Platz 9

BW-Bank

Gebühren: 4,55 Euro

Platz 10

Wiesbadener Volksbank, Sparkasse Meißen, Sparkasse Landshut, Sparkasse Hochrhein, Sparkasse Hennestadt-Wesselburen, Sparkasse Bodensee, Frankfurter Volksbank, Kreis- und Stadtsparkasse Erding-Dorfen, Kreissparkasse Herzogtum-Lauenburg, Nord-Ostsee Sparkasse

Gebühren: 4,50 Euro

Der Bruttoschaden durch solche „Skimming“-Angriffe sank im laufenden Jahr auf das Rekordtief von 2,5 Millionen Euro. „Im Gesamtjahr werden wir beim Schaden aller Voraussicht nach unter drei Millionen Euro bleiben“, sagte Susanne Kreuzer von Euro Kartensysteme. Die Frankfurter Einrichtung kümmert sich im Auftrag der deutschen Kreditwirtschaft um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten.

Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2013 wurden Daten an 341 Geldautomaten ausgespäht, der Schaden belief sich auf 11,3 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr verursachte der Datenklau an deutschen Geldautomaten 3,1 Millionen Euro Schaden.

Im laufenden Jahr schlugen Datendiebe mit weitem Abstand am häufigsten in Berlin zu. Keine „Skimming“-Fälle wurden nach Angaben von Euro Kartensysteme in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen registriert.

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