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22.10.2015

11:20 Uhr

Banken

VW-Skandal und China-Sorgen helfen Comdirect

Der Online-Broker Comdirect hat schon nach neun Monaten fast so viel verdient wie im gesamten Vorjahr. Die Commerzbank-Tochter profitiert von der Unruhe an den Aktienmärkten.

Comdirect-Zentrale: Die Direktbank profitiert von steigenden Handelsinteresse ihrer Kunden. PR

Comdirect

Comdirect-Zentrale: Die Direktbank profitiert von steigenden Handelsinteresse ihrer Kunden.

FrankfurtDer Online-Broker Comdirect hat im Sommer vom Absturz der Volkswagen-Aktie und von den Konjunktursorgen um China profitiert. „Unsere Kunden haben so viel gehandelt wie noch nie”, sagte Vorstandschef Arno Walter am Donnerstag. „Und keine Spur vom Sommerloch. Da haben China und VW geholfen.” Gewöhnlich dümpelt der Handel in den Ferienmonaten vor sich hin, doch vor allem die knapp zwei Millionen Privatkunden von Comdirect ließen sich vom heftigen Auf und Ab elektrisieren. Die Zahl der Transaktionen schnellte in den ersten neun Monaten des Jahres um 38 Prozent auf elf Millionen. Das war fast so viel wie im gesamten Vorjahr. Viele Kunden nutzen den größten deutschen Online-Broker, um günstig Derivate wie CFD (Differenzkontrakte) oder börsengehandelte Fonds (ETF) zu kaufen.

Die Commerzbank-Tochter schraubte deshalb die Gewinnprognose für 2015 auf mehr als 85 Millionen Euro vor Steuern nach oben. Bisher hatte sich Comdirect vorgenommen, das Vorjahresergebnis von gut 80 Millionen Euro wieder zu erreichen. Doch an die Marke reichte Comdirect schon nach drei Quartalen heran: Bis September standen 76,2 Millionen Euro zu Buche, 17 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Gesamterträge stiegen um acht Prozent auf den Rekordwert von 283 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss stieg um 23 Prozent und machte damit den erneut rückläufigen Zinsüberschuss wett.

Auf zwölf Monate hochrechnen lasse sich das Ergebnis jedoch nicht, warnte Walter im Gespräch mit Reuters: „Wir können kein so exzeptionelles Quartal erwarten wie das dritte. Grundsätzlich läuft das Geschäft aber ordentlich.” Comdirect erwäge auch, zum Jahresende sein Marketing wieder auszuweiten. Derzeit läuft die zweite Kampagne, mit denen sie die Kunden zur Übertragung ihrer Depots bewegen will. Die Bäume wüchsen aber nicht in den Himmel. „Unser Ergebnis ist auch das Resultat dessen, was wir bereit sind, in weiteres Wachstum zu investieren”, sagte Walter. Die Übernahme eines Konkurrenten sei kein Thema. „Derzeit steht bei mir nichts auf der Agenda.” Der Konkurrent DAB Bank war an den Eigentümer der Consorsbank, BNP Paribas, gegangen.

Von

rtr

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