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06.11.2014

13:15 Uhr

Bankenabgabe greift nicht

Deutsche Banken zahlen kaum in Rettungstopf ein

Bisher greift das Instrument kaum: Die Bankenabgabe gilt seit vier Jahren, doch noch sind keine Summen zusammen gekommen, die eine Bankenrettung gewährleisten könnten. Doch bald dürfte es für die Banken teurer werden.

Die deutschen Banken müssen bisher nicht ausreichend vorsorgen, um ihre Rettung künftig selbst finanzieren zu können. dpa

Die deutschen Banken müssen bisher nicht ausreichend vorsorgen, um ihre Rettung künftig selbst finanzieren zu können.

FrankfurtDer Topf für die Rettung von Banken füllt sich nur schleppend: Vier Jahre nach der Einführung der Bankenabgabe in Deutschland hat die deutsche Finanzbranche insgesamt erst 2,3 Milliarden Euro in den Restrukturierungsfonds eingezahlt. Im laufenden Jahr zahlten die Kreditinstitute mit 516 (2013: 520) Millionen Euro nochmals weniger ein als ein Jahr zuvor, wie die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) am Donnerstag mitteilte. Die Bankenabgabe, mit der die Institute künftig selbst für die Kosten der Rettung oder Abwicklung einzelner Banken aufkommen sollen, richtet sich nach der Bilanzsumme und den Derivaten, die eine Bank in der Bilanz hat. Der Betrag ist aber - abhängig vom Gewinn - gedeckelt.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 10 – Postbank

Bilanzsumme 2013 der Deutsche-Bank-Tochter: 161,5 Milliarden Euro

Platz 9 – Helaba

Bilanzsumme 2013 der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale: 178,1 Milliarden Euro.

Platz 8 – NordLB

Bilanzsumme 2013 der Norddeutschen Landesbank: 200,8 Milliarden Euro

Platz 7 – BayernLB

Bilanzsumme 2013 der Bayerischen Landesbank: 255,6 Milliarden Euro

Platz 6 – LBBW

Bilanzsumme 2013 der Landesbank Baden-Württemberg: 273,5 Milliarden Euro

Platz 5 – Unicredit

Bilanzsumme 2013 der Unicredit (inkl. Hypo-Vereinsbank): 290 Milliarden Euro

Platz 4 – DZ Bank

Bilanzsumme 2013 der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank: 387 Milliarden Euro

Platz 3 – KfW

Bilanzsumme 2013 der KfW-Bankengruppe: 464,8 Milliarden Euro

Platz 2 – Commerzbank

Bilanzsumme 2013: 549,7 Milliarden Euro

Platz 1 – Deutsche Bank

Bilanzsumme 2013: 1611,4 Milliarden Euro

Quelle: Die Bank/Statista

Von 2015 an wird es für die deutschen Banken voraussichtlich teurer. Dann wird die Abgabe nach europäischen Vorgaben erhoben. Insgesamt 55 Milliarden Euro sollen dann europaweit nach und nach zusammenkommen. Die Beträge, die die deutschen Banken dann einzahlen werden, fließen von 2016 an in einen gemeinsamen Abwicklungsfonds für die Euro-Zone, werden aber acht Jahre lang zunächst in einer "nationalen Kammer" gesammelt. Die Rettung einer deutschen Bank würde damit aus den deutschen Beiträgen bestritten. Ob die in Deutschland gesammelten 2,3 Milliarden Euro ebenfalls in diesen Topf überführt werden, ist noch offen.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Herr Volker Birk

06.11.2014, 13:43 Uhr

Zum Vergleich: die EU schätzt den Kapitaleinsatz zum “Bankenretten” auf mehr als eine Billion EUR, also mehr als 1000 Milliarden EUR – die Staaten haben alleine in den ESM 650 Milliarden eingezahlt. Da sind auch die 55 Milliarden ein Tropfen auf den heissen Stein, 2.3 Milliarden sind wohl allenfalls ein “symbolischer Betrag”.

Das stellt die ganze Massnahme in Frage - was will uns die Politik hier vorspielen?

Herr Josef Schmidt

06.11.2014, 15:34 Uhr

Sie wollen Sicherheit vorgauckeln. Wenn die ersten Banken wieder kollabieren werden diese wieder "gerettet" aber da wird der Sparer seinen Beitrag zahlen müssen.

Das ist der Plan der schon in den Köpfen der IWF, EZB usw. rumgeistert dass der Sparer endlich enteignet wird, sei es durch die Schuldensteuer oder wie auch immer. DIe neuen Rettungspläne der Banken und die Bankenunion werden dies umsetzen nur durch die Hintertür und unauffällig.

Die ganzen Bankenabgaben und Transaktionssteuern usw. ist doch nur Ablenkung. Ebenfalls reguliert wurde am Bankensysten seit 2008 NULL. Wie auch wenn so viele Lobbyisten hinter unseren Politiker herlaufen und ihnen leise flüstern was sie sagen und machen sollen.

Herr Peter Spiegel

06.11.2014, 16:00 Uhr

"Deutsche Banken zahlen kaum in Rettungstopf ein"
Wäre auch sinnlos, es zahlt der Steuerzahler.

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