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19.07.2013

17:15 Uhr

Bankenfreiheit

Chinas Firmen sollen günstiger an Kredit kommen

Die chinesische Zentralbank hat die Untergrenze für Kreditzinsen aufgehoben. Vor allem Firmen könnten von den niedrigen Kreditraten profitieren. Ein Experte spricht von einem „Durchbruch in der Finanzreform“.

Blick auf die chinesische Zentralbank: Das Einlagengeschäft bleibt von der Liberalisierung der Zentralbank ausgenommen. dpa

Blick auf die chinesische Zentralbank: Das Einlagengeschäft bleibt von der Liberalisierung der Zentralbank ausgenommen.

PekingChinas neue Führung lässt den Banken bei der Kreditvergabe an Verbraucher und Firmen mehr Freiheiten. Die Zentralbank hob am Freitag eine Untergrenze für Kreditzinsen auf, die Geschäftsbanken ihren Kunden anbieten können. Damit können die Banken von Samstag an den Zinssatz frei wählen, zu dem sie ihren Kunden Darlehen ausreichen.

Das Einlagengeschäft bleibt von der Liberalisierung ausgenommen. Tendenziell dürfte die Maßnahme dafür sorgen, dass sich Kredite für Firmen und Privatleute verbilligen. Kenner des chinesischen Bankenwesens beurteilen die Darlehenskosten als künstlich hoch. Vom bisherigen System profitierten insbesondere die großen Staatsbanken, während Privatunternehmen unter hohen Zinslasten ächzten.

„Das ist ein Durchbruch in der Finanzreform“, bewertete Ökonom Wang Jun vom China Centre for International Economic Exchanges (CCIEE) den jüngsten Schritt der Zentralbank, der rund vier Monate nach der Amtsübernahme von Ministerpräsident Li Keqiang erfolgt. Experten betrachten die Liberalisierung als wichtiges Signal, dass es die Führung in Peking mit Reformen ernst meint.

Großbanken wie die Industrial and Commercial Bank of China Ltd , die China Construction Bank Corp und die Agricultural Bank of China Ltd hatten sich gegen den Reformschritt gesträubt, der ihre Gewinnmargen beschneiden dürfte. Ökonom Mark Williams von Capital Economics in London glaubt daher nicht, dass die Reform in der Praxis große Wirkung zeigt.

„Dennoch ist das eine entscheidende Entwicklung für Chinas Finanzsektor – hin zu Zinsen, die vom Markt und nicht vom Staat bestimmt werden.“ Eines der größten Probleme für Chinas Wirtschaft bleibt allerdings ungelöst: das schwer durchschaubare Schattenbanken-System. Viele Banken legen außerhalb des Kerngeschäfts Zweckgesellschaften auf, um so Unternehmen und Kommunen mit Geld zu versorgen und Vorhaben zu finanzieren, für die es reguläre Kredite nie geben dürfte.

Von

rtr

Kommentare (1)

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TomXXX

19.07.2013, 17:38 Uhr

Also im Handelblog gab es dazu kürzlich die Information, dass die Menge der Kredite, die ausgegeben werden, von der Regierung vorgeschrieben wird.

http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2013/06/25/die-unruhen-in-china-fangen-erst-an/

Wenn dann die Mindestzinsen auch vorgegeben sind, kann das ja jetzt nur bedeuten, dass zum Mindestzinssatz kein Geld mehr von der Wirtschaft aufgenommen wurde. Anders ausgedrückt: zu diesen Zinsen kann keine Gewinnerwartung von den Firmen mehr generiert werden, z.B. dürften die Bauruinen zur Folge haben, dass man mit Immobilien keine Gewinne mehr erzielen kann. Ob es da noch wirklich realwirtschaftliches Wachstum gibt ist fraglich.

Zudem kann es jetzt passieren, dass die Banken, die vor Kurzem noch stabilisiert werden mußten, bei niedrigeren Zinsen auch ein Problem bekommen...

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