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25.10.2013

09:19 Uhr

Bankenkrise

Spaniens größte Banken erholen sich

Nach Santander erholen sich auch Spaniens zweit- und drittgrößte Banken BBVA und Caixa. Die Institute fahren wieder Gewinne ein. Allein die BBVA verdiente in den ersten neun Monaten dieses Jahres 3,1 Milliarden Euro.

Strahlend blauer Himmel über dem Hauptquartier der BBVA: Die Bank hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres 3,1 Milliarden Euro verdient. Reuters

Strahlend blauer Himmel über dem Hauptquartier der BBVA: Die Bank hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres 3,1 Milliarden Euro verdient.

MadridSpaniens Banken erholen sich immer mehr. Dank geringerer Rückstellungen für faule Kredite wiesen nach Marktführer Santander nun auch BBVA und die Caixabank deutliche Gewinnsteigerungen aus.

BBVA, die Nummer zwei in dem krisengeplagten Land, das im Sommer gerade erst die jahrelange Rezession hinter sich gelassen hat, teilte am Freitag mit, in den ersten neun Monaten 3,1 Milliarden Euro verdient zu haben. Das entspricht einem Zuwachs von 86 Prozent. Die durchschnittlichen Analystenerwartungen wurden allerdings deutlich verfehlt. Das Geldhaus will seine Dividenden künftig nur noch in bar auszahlen. Bisher wurden neben Bar-Zahlungen auch immer wieder Aktien an die Eigentümer verteilt. Bis zu 40 Prozent vom Jahresgewinn sollen ausgeschüttet werden.

Fragen und Antworten zur Bankenunion

Die Bankenunion

Europa baut an einer Bankenunion. Eine gemeinsame Aufsicht ist bereits beschlossen, nun macht sich die EU an Regeln für die Sanierung und Schließung von Banken. Aktionäre und Gläubiger müssen ab 2018 für Verluste haften, um den Steuerzahler zu schonen. Umstritten sind aber noch neue Regeln für den detaillierten Ablauf.

Wer entscheidet bislang über die Schließung einer Bank?

Nationale Aufseher, in Deutschland etwa die Bankenaufsicht Bafin. Doch die Krise hat gezeigt, dass nationale Behörden gerne ein Auge zudrücken, wenn sie „ihre“ Banken überwachen. Bei Großbanken mit Töchtern und Niederlassungen in vielen EU-Ländern sind nationale Aufseher überfordert. „So kann es nicht weitergehen“, sagt EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier.

Wer soll künftig die Schließung anordnen?

Die EU-Kommission. Die Brüsseler Behörde beansprucht für sich das letzte Wort. „Die EU-Kommission wird auf den Knopf drücken“, sagt EU-Kommissar Barnier. Seine Begründung: Die EU-Behörde habe die nötige Kompetenz und könne schnell handeln. Solche Entscheidungen werden üblicherweise am Abend oder Wochenende getroffen, um Turbulenzen an den Börsen zu verhindern. In der Praxis hieße das, Deutschland müsste Brüssel um Erlaubnis für eine Schließung bitten.

Haben nationale Behörden denn überhaupt keine Mitsprache mehr?

Doch. Der Kommissionsvorschlag sieht vor, dass die EU-Kommission „in Abstimmung mit nationalen Aufsehern“ entscheiden soll. Die nationale Aufsicht soll auch in dem neuen Gremium sitzen, das 300 Experten umfasst und den Vorschlag für die Abwicklung macht. Darin sind auch Vertreter von EU-Staaten, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB). Die nationalen Aufseher des Landes, in dem die betreffende Bank ihren Hauptsitz hat, sollen die Abwicklung umsetzen.

Welche Einwände hatte die Bundesregierung?

Berlin wollte die Macht lange nicht an Brüssel abgeben. Bei einer Bankenrettung muss meist auch der Staat Geld zuschießen - somit würde die EU-Kommission bald über die Verwendung von nationalem Steuerzahlergeld befinden. Dies geben die EU-Verträge nach Ansicht Berlins nicht her. Der Europaabgeordnete Markus Ferber (CSU) warnte: „Keine Bundesregierung kann das Risiko eingehen, diese Frage am Veto des Bundesverfassungsgerichts scheitern zu lassen.“

Wie sieht das EU-Kommissar Barnier?

Barnier argumentiert, es sei absolut ausgeschlossen, dass die EU-Kommission einen Staat gegen seinen Willen zu Kapitalspritzen für eine Bank zwingen könne. „Die Regierung des betreffenden Landes muss ihre Zustimmung geben“, betont Barnier.

Wozu braucht man einen neuen EU-Abwicklungsfonds?

Er soll einspringen, wenn der Beitrag von Eigentümern und Gläubigern nicht für die Rettung einer Bank reicht. Der Fonds soll in zehn Jahren stehen und sich aus Abgaben der Banken finanzieren, in Höhe von einem Prozent der bestehenden Spareinlagen. Die Zielgröße liegt bei 60 bis 70 Milliarden Euro. Wie viel eine einzelne Bank zahlen muss, soll sich am Risikoprofil des Instituts bemessen. Wo - wie in Deutschland - schon ein nationaler Fonds besteht, zahlen die Banken nur in diesen; das Geld fließt daraus in den EU-Topf.

Warum lehnen deutsche Banken den EU-Abwicklungsfonds ab?

Weil sie fürchten, für marode Institute in südeuropäischen Krisenländern wie etwa Spanien einstehen zu müssen. „Gelder des deutschen Restrukturierungsfonds dürfen auf keinen Fall vergemeinschaftet werden“, warnt der Präsident des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB), Gunter Dunkel.

Für wen sollen die Regeln überhaupt gelten?

Für die rund 6000 Banken in den 17 Euro-Ländern sowie Institute in den EU-Staaten, die sich freiwillig der gemeinsamen Europäischen Bankenaufsicht angeschlossen haben.

Die Nummer drei in Spanien, die Caixabank, wies von Januar bis September einen Gewinn von 458 Millionen Euro aus - mehr als das Doppelte im Vergleich mit dem Vorjahr. Das Institut aus Barcelona schlug sich damit besser als von Analysten erwartet und profitierte auch von mehreren Zukäufen aus den vergangenen Jahren.

Santander hatte bereits am Donnerstag einen Nettogewinn von 3,3 Milliarden Euro für die ersten neun Monate gemeldet - fast 80 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die größte Bank der Euro-Zone betonte zudem, kein Interesse an einem Einstieg bei der Commerzbank zu haben.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

25.10.2013, 09:47 Uhr

Mensch HB, Eure Artikel sind heute mal wieder besonders schlecht ! Die spanischen Banken leiden massiv unter deren faulen Krediten (mittlerweile > 12 %), obwohl viele bereits in eine Band Bank ausgelagert wurden. Dass die wieder Gewinne machen ist klar: günstige EZB Kredite werden hochverzinst dem eigenen Staat geliehen. Ob diese Buchgewinne nun wirklich Gewinne sind, darüber kann man wirklich diskutieren aber ein Erholung herbeizuschreiben, ist lächerlich

DuquedeAlba

25.10.2013, 11:01 Uhr

Laut Wikipedia, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) ist ein Kreditinstitut und ein Unternehmen für Finanzdienstleistungen mit einer mehr als 150-jährigen Geschichte. Es ist die zweitgrößte Bank in Spanien, eine der größten Banken Lateinamerikas, der USA und der Welt und hat ihren rechtlichen Sitz in Bilbao sowie den operativen Sitz in Madrid. Die Bank hat mehr als 110.000 Angestellte und 47 Millionen Kunden in der ganzen Welt.
Dann spielt eben Spanien für die Gewinne der Bank nur eine bestimmte kleine Rolle...

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