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06.01.2005

11:15 Uhr

Bankenreform geht in die entscheidende Phase

Chinas Staatsbanken gehen an die Börse

Vier chinesische Staatsbanken haben die Börseneinführung an der Hong Kong Stock Exchange beantragt. Das berichtete gestern die Zeitung China Business News unter Berufung auf eine Stellungnahme der Börse.

HB PEKING. Bis zu 20 Mrd. Dollar wollen China Minsheng Banking Corp. – die erste Privatbank des Landes-, Bank of China, China Construction Bank und Communications Bank of China mit der Ausgabe ihrer Aktien einsammeln. Chinas Bankenreform geht damit in den kommenden Monaten in eine entscheidende Phase. „Der Fokus an Hongkongs Börse bleibt ganz klar auf China, und vor allem auf die Mega-Banken, die jetzt an die Börse wollen“, sagt Herbert Lau, der Research-Direktor beim Brokerhaus Celestial Securities.

Zum Auftakt des Reigens dürfte im ersten Quartal die Minsheng Bank für etwa eine Milliarde Dollar neue Aktien ausgeben. Das Geldhaus wollte eigentlich schon 2004 an die Börse gehen, geriet dann aber in Turbulenzen, wegen des geplatzten Einstiegs der US-Investmentgesellschaft New Bridge Capital und wegen Unstimmigkeiten bei der Freigabe staatlicher Anteile an der Bank. Rund zwei Drittel aller Anteilscheine der 1 200 börsennotierten chinesischen Gesellschaften werden von Ministerien und Staatsfirmen gehalten, weil die Kommunistische Partei zögert, die Kontrolle über strategisch wichtige Unternehmen aus der Hand zu geben. Die mit Abstand größte Aktienplatzierung wird die China Construction Bank – Chinas führender Kreditgeber in der heiß gelaufenen Bau- und Immobilienwirtschaft – mit bis zu zehn Milliarden Dollar sein. Die Größe des Bank of China-IPOs ist noch nicht bekannt.

Chinas große staatliche Geschäftsbanken haben im vergangenen Jahr ihre faulen Kredite nach offiziellen Angaben zügig reduziert. Doch niemand weiß, wie viel neue Wackelkredite in den vergangenen 18 Monaten aufliefen, als zahlreiche Industrien im Reich der Mitte von der Zentralregierung gebremst wurden, um eine gefährliche Blase zu verhindern. Ende 2003 bekamen die Bank of of China und die Construction Bank jeweils 22,5 Mrd. Dollar Kapitalinfusion aus Chinas Devisenreserven. Bis Ende Januar soll chinesischen Zeitungsberichten zufolge auch das größte Kreditinstitut des Landes, die Industrial and Commercial Bank of China, eine Kapitalinfusion von bis zu 30 Milliarden Dollar erhalten.

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