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09.11.2015

12:20 Uhr

Bankenregulierung

„Es gibt kein Basel IV“

Der Finanzstabilitätsrat verlangt von den größten Banken höhere Kapitalpuffer. Das soll verhindern, dass Institute im Notfall mit Steuergeld gerettet werden müssen. Über die Zähmung von Mega-Banken.

Strengere Kapitalvorgaben kommen, Banken in Schwellenländern bekommen eine längere Frist bis zur Erfüllung gewährt. AFP

FSB-Vorsitzender Mark Carney

Strengere Kapitalvorgaben kommen, Banken in Schwellenländern bekommen eine längere Frist bis zur Erfüllung gewährt.

FrankfurtDer Bankenbranche steht in der nächsten Zeit zwar keine grundlegende weitere Verschärfung der Regulierungsvorschriften bevor. „Es gibt kein 'Basel IV'“, sagte der Vorsitzende des Finanzstabilitätsrats (FSB) der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20), Mark Carney, am Montag in Basel. Doch striktere Kapitalvorgaben für Großbanken wird es dennoch geben. Dadurch soll verhindert werden, dass Banken vom Steuerzahler im Pleitefall gerettet werden müssen, wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben.

„Wir bügeln nur Probleme aus, die bei der Umsetzung von 'Basel III' im Lauf der Zeit erkannt worden sind.“ Das aktuelle Regelwerk „Basel III“ war nach der Finanzkrise eilends auf den Weg gebracht worden und tritt in mehreren Schritten bis Ende 2018 in Kraft. Die internationalen Bankenaufseher haben das Ziel, das Finanzsystem besser vor gefährlichen Pleiten von Großbanken schützen.

Die 30 wichtigsten Geldhäuser der Welt müssen deshalb von 2019 an eine Haftungsmasse von mindestens 16 Prozent ihrer risikogewichteten Bilanzsumme (RWA) vorhalten, um Verluste abzufedern, wie der FSB mitteilte. 2022 soll dieser als TLAC-Quote („Total Loss-Absorbing Capacity“) bezeichnete Puffer auf mindestens 18 Prozent steigen. Der Puffer besteht nicht nur aus Eigenkapital, auch Anleihen oder andere Schuldpapiere zählen dazu.

„Der FSB hat sich auf robuste weltweite Standards verständigt“, erklärte Carney, der auch britischer Zentralbankchef ist. Damit seien der Rest des Finanzsystems und die öffentliche Hand besser vor den Folgen einer Pleite von systemrelevanten Banken geschützt. Institute wie Goldman Sachs, Deutsche Bank oder die britische HSBC sollen sich im Krisenfall künftig nicht mehr auf Rettungsaktionen der Staaten verlassen können. Bisher konnten sie darauf bauen, dass letztendlich der Staat einspringen wird, damit nicht das ganze Finanzsystem in Schieflage gerät.

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