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24.11.2015

16:25 Uhr

Bankenregulierung

EU will Investitionen in Staatsanleihen bremsen

Banken investieren gerne in Staatsanleihen ihres eigenen Landes. Diese Abhängigkeit hatte die Schuldenkrise in Europa verschärft. Jetzt will die EU-Kommission die Regeln verschärfen.

Nach Berechnungen der Ratingagentur Fitch müssten Banken in der Euro-Zone Staatsanleihen im Volumen von 1,1 Billionen Euro abstoßen. dapd

Die Euro-Skulptur vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt.

Nach Berechnungen der Ratingagentur Fitch müssten Banken in der Euro-Zone Staatsanleihen im Volumen von 1,1 Billionen Euro abstoßen.

BrüsselDie EU-Kommission will Banken davon abhalten, zu viel Geld in Staatsanleihen ihres eigenen Landes zu stecken. Die daraus erwachsene gegenseitige Abhängigkeit von Staaten und Finanzinstituten hatte die Schuldenkrise in Europa verschärft.

Deshalb will die Kommission laut einem am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Papier sicherstellen, dass die Staatsanleihen-Bestände der Geldhäuser ausreichend diversifiziert sind. Für die meisten Staatspapiere gelten bisher nicht die Großkreditgrenzen, die eine zu große Konzentration von Risiken bei Banken verhindern sollen. Die EU-Spitze hatte bereits im Juni vorgeschlagen, das "mittelfristig" zu ändern.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Politisch ist eine solche Beschränkung aber umstritten. Denn dass sich Banken in großem Stil mit Staatsanleihen vollgesogen hatten, erleichterte vielen Ländern vor allem in Südeuropa die Schuldenaufnahme. Vor allem Italien und Spanien würden unter diesem Schritt leiden. Nach Berechnungen der Ratingagentur Fitch müssten Banken in der Euro-Zone Staatsanleihen im Volumen von 1,1 Billionen Euro abstoßen, wenn sie eine Großkreditgrenze von 25 Prozent einhalten müssten.

Staatsanleihen gelten bisher als risikolos und müssen daher nicht mit Eigenkapital unterlegt werden. Seit der Schuldenkrise mehren sich aber die Rufe von Bankenaufsehern, den Papieren diesen Status abzuerkennen.

Von

rtr

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