Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.04.2006

14:35 Uhr

Bankenstreit beigelegt - EU prüft weiter

Polen und Unicredit einigen sich

Ein Kompromiss mit dem Warschauer Finanzministerium hat der italienischen Bank Unicredit nach einem Monate andauernden Streit nun den Weg zur Übernahme der polnischen Bank BPH geebnet. Die Europäische Kommission prüft Polens Rolle dabei jedoch weiter.

Unicredito-Chef Alessandro Profumo. Foto: dpa

Unicredito-Chef Alessandro Profumo. Foto: dpa

HB WARSCHAU/BRÜSSEL. Unicredit werde rund 200 von insgesamt 460 Niederlassungen der polnischen Bank BPH verkaufen, sagte der Unicredit-Vorstandschef Alessandro Profumo am Mittwoch vor Journalisten in Warschau. „Wir halten die Lösung gut für Polen, für unsere Kunden, gut für unsere Mitarbeiter und gut für Unicredit“, betonte er. Profumo dankte dem polnischen Ministerpräsidenten Kazimierz Marcinkiewiz für dessen persönliches Engagement bei der Suche nach einem Kompromiss.

Die Mehrheitsanteile an der BPH - insgesamt 71,03 Prozent der Aktien - waren im Rahmen der Übernahme der Münchner Hypovereinsbank an Unicredit gelangt. Unicredit hatte 1999 bereits 52,9 Prozent der polnischen Bank Pekao SA erworben und plante, die beiden polnischen Banken zu fusionieren. Das Schatzamt sah darin eine Verletzung der Bestimmungen des Pekao-Privatisierungsvertrages. Diesem Vertrag zufolge darf Unicredit nicht in andere Banken auf dem polnischen Markt investieren, so lange sie mehr als zehn Prozent der Pekao-Aktien besitzt.

Die schweren Bedenken der EU-Kommission wegen der bisherigen polnischen Blockadepolitik sind mit der Einigung nicht ausgeräumt. Der Sprecher von EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy sagte, der Kommissar warte auf eine Antwort Warschaus im laufenden Verfahren wegen Verletzung des EU-Vertrags. Auch EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes behält sich Schritte gegen Warschau vor. Brüssel hatte die Fusion Unicredit/HVB im Oktober für die gesamte EU gebilligt.

Bei der Fusion von Pekao und BPH wird es für die Mitarbeiter eine zweijährige Beschäftigungsgarantie geben, sagte Profumo. Die Einigung zeige, dass es sich lohne, in Polen zu investieren, betonte Marcinkiewicz. Die Übereinkunft mit Unicredit führe zu einer fairen Konkurrenz auf dem Banksektor und erlaube den Erhalt von Arbeitsplätzen der Pekao-Mitarbeiter. Er zeigte sich zuversichtlich, bald einen Investor für die zu verkaufenden BPH-Filialen zu finden: „Die großen internationalen Banken stehen Schlange und warten darauf, in Polen investieren zu können.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×