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22.10.2014

13:02 Uhr

Bankenstresstest

Elf Banken können nicht mit Stress umgehen

Der Bankenstresstest sorgt für Anspannung in der Bankenbranche. Geldhäuser aus den Euro-Peripherieländern stehen besonders im Fokus. Elf sollen durchgefallen sein – eine deutsche Bank hat es aber offenbar geschafft.

Stresstest - Sind Europas Banken sicher?

Video: Stresstest - Sind Europas Banken sicher?

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FrankfurtDie HSH Nordbank hat den Gesundheitscheck der europäischen Aufsichtsbehörden wohl bestanden. Nach den Gesprächen mit den Prüfern deute alles darauf hin, dass die kriselnde Landesbank durch den Test gekommen sei, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Die HSH, die schwer unter der Krise in der Schifffahrt leidet, galt in Deutschland als größter Wackelkandidat bei dem europaweiten Bankencheck. Auch bei anderen deutschen Geldhäusern dürften bei dem Test Finanzkreisen zufolge keine größeren Kapitallücken zum Vorschein kommen.

In anderen Ländern ist die Lage einem Medienbericht zufolge kritischer. Mindestens elf Geldhäuser aus sechs Euro-Ländern hätten den Test nicht bestanden, berichtete die spanische Nachrichtenagentur EFE. Darunter seien drei griechische, drei italienische, zwei österreichische, eine zyprische, eine portugiesische und womöglich auch eine belgische Bank. Die österreichische Erste Group erklärte daraufhin umgehend, sie gehe nach den Gesprächen mit den Aufsehern davon aus, den Test bestanden zu haben.

Insgesamt durchleuchtet die Europäische Zentralbank (EZB) 130 Institute in Europa. Sie will damit sicherstellen, dass die Geldhäuser besenrein sind, wenn sie im November die Aufsicht über die wichtigsten Institute der Euro-Zone übernimmt. Aus Deutschland nehmen 24 Banken an dem Test teil. Bisher gingen Experten und Ratingagenturen davon aus, dass es die HSH dabei besonders schwer haben würde. Die Bank selbst warnte im August in ihrem Geschäftsbericht vor dem Risiko, die Anforderungen der Aufsichtsbehörden nicht zu erfüllen.

Die HSH hat Milliarden an die kriselnde Schifffahrtsbranche verliehen, die seit Jahren unter Überkapazitäten und dem mauen Welthandel leidet. Das machte dem Institut auch im Banken-Check zu schaffen, da die EZB die deutschen Geldhäuser zu einer strengeren Bewertung ihrer Schiffskredite zwang. Die HSH sei im Stresstest zwar kräftig durchgeschüttelt worden, die harte Kernkapitalquote des Instituts liege aber wohl auch bei einer simulierten Krise über der Mindesthürde der Aufsichtsbehörden von 5,5 Prozent, sagte einer der Insider.

Die drei Stufen der EZB-Bankenprüfung

1. Stufe

Risikobewertung
In einem ersten Schritt prüft die EZB die Risiken in den Bankbilanzen. Dabei schaut sie auf die kurzfristig zur Verfügung stehenden Mittel (Liquidität), die Verschuldung und die Refinanzierung der Bank.

2. Stufe

Asset Quality Review
Im zweiten Schritt schaut sich die EZB mit einem einheitlichen Bewertungsmaßstab etwa für faule Kredite die Bestandteile der Bilanzposten an. Auf dieser Basis wird beurteilt, ob etwa ausreichende Rückstellungen gebildet worden sind. Dabei sind acht Prozent hartes Kernkapital als Zielquote vorgegeben – Banken, die darunter liegen, sollen voraussichtlich auf staatliche Auffangmechanismen zurückgreifen müssen.

3. Stufe

Stresstest
Als letzter Schritt vollzieht die EZB einen Stresstest: Wie reagieren die Bankbilanzen auf gewisse Risikoszenarien? Die Details für den Stresstest sind noch nicht bekannt. Alle drei Schritte sollen bis November 2014 vollzogen sein, wenn die EZB offiziell die Aufsichtsfunktion übernimmt.

Die Bank, die mehrheitlich den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gehört, hat in den vergangenen Wochen in Gesprächen mit den Aufsichtsbehörden erste Hinweise über ihr Abschneiden bei dem Gesundheitscheck erhalten. Die vorläufigen Endergebnisse bekommt sie - wie alle anderen teilnehmenden Banken - jedoch erst am Donnerstag, veröffentlicht werden die finalen von der EZB abgesegneten Ergebnisse am Sonntag.

Die EZB äußere sich nicht zu Spekulationen über einzelne Banken, erklärte ein Sprecher. Alle Schlussfolgerungen über das mögliche Abschneiden von Banken seien hoch spekulativ, bevor die Ergebnisse am Sonntag veröffentlicht werden. Die HSH wollte sich nicht zu den Reuters-Informationen äußern und verwies auf die Kommunikation der Ergebnisse am Sonntag. Die HSH hat 2013 einen Verlust von gut 800 Millionen Euro verbucht, ist im laufenden Jahr aber wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Im ersten Halbjahr erzielte das Institut gut 300 Millionen Euro Gewinn und begründete dies mit guten Geschäften mit Firmenkunden sowie in der Immobilien- und Projektfinanzierung.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Herr Thomas Behrends

22.10.2014, 13:27 Uhr

Soso, die Sonne scheint wieder über den deutschen Banken, weil die sog. harte Kernkapitalquote von 5,5 % scheinbar eingehalten wird.

Wenn aber das Marktumfeld eher schlecht ist (z.B. bei der HSH, die blind in Schrottpapiere in den USA investierte und darüber hinaus der schlappen Schiffahrtsbranche die Kredite hinterher getragen hat ohne auf deren Geschäftsmodelle zu achten), keinerlei Anzeichen für eine Verbesserung der Geschäftszahlen zu erwarten sind und die nächste Krise vor der Tür steht, kann man doch nicht davon reden, dass Kreditinstitute gut aufgestellt sind.

Welch´ völlige Verdrehung der Realitäten!

Frau Dr. Max Motte

22.10.2014, 15:04 Uhr

Nur 11 Banken?

Werden wir von den Massenmedien auch beim Thema "Bankensystem" belogen?

Das globale Bankstersystem und damit das Schuldgeldsystem hängt nur noch an einem seidenen Faden. Es kann jederzeit zusammenbrechen, weil es praktisch keine gesunden Finanzistitute mehr gibt. Gegen den drohenden Kollaps hilft nur Gold - sagt Wirtschaftsprofessor Antal E. Fekete.

Prof. Antal E. Fekete ist ein aus Ungarn stammender Wirtschaftsprofessor und lehrt an der Memorial University in Neufundland (Kanada). Seine Aussage:

"Ich möchte heute über das Bankensystem sprechen.
Es ist erstaunlich, dass nur die wenigsten Menschen erkennen, dass das heutige Bankensystem auf der ganzen Welt praktisch zahlungsunfähig ist, eine noch nie dagewesene Situation."

Warum erfahren wir in den gleichgeschalteten Systemmedien nichts über das Geldmonopol bzw. Schuldgeldsystem der internationalen Bankster?

Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/wirtschaft-und-finanzen/michael-morris/gold-umsturz-und-kriegshetze.html

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/10/08/der-zusammenbruch-des-dollar-kann-inflation-krieg-und-chaos-ausloesen/

Frau Dr. Max Motte

22.10.2014, 15:06 Uhr

@Herr Thomas Behrends

Leben wir in einer medialen Matrix?

In einer medialen Scheinwelt?

Die Systemmedien dulden keine Wahrheit wie es Morpheus im gleichnamigen Film ausführte:

"Die Matrix ist die Welt die über deine Augen gestülpt wurde, damit du blind für die Wahrheit bist."

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