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11.10.2011

11:38 Uhr

Bankenverband

„Einlagen der kleinen Leute sind sicher“

Die deutschen Finanzinstitute sind nach Einschätzung des Bundesverbandes deutscher Banken gut aufgestellt. Nach Kapitalerhöhungen in den vergangenen Monaten stehen die Banken laut BdB im internationalen Vergleich gut da.

Ein Sicherheitsgitter eröffnet eine nicht alltägliche Sicht auf die Bankenskyline von Frankfurt am Main. dpa

Ein Sicherheitsgitter eröffnet eine nicht alltägliche Sicht auf die Bankenskyline von Frankfurt am Main.

KölnTrotz neuer Diskussionen über Bankenrettungspakete müssen sich die deutschen Sparer nach Ansicht des Bankenverbandes keine Sorgen über ihre Guthaben machen. „Wir haben in Deutschland ein sehr gutes System der Einlagensicherung, das noch weit über das hinaus geht, was es in anderen Ländern Europas gibt. Die Einlagen der Sparer, der kleinen Leute, wie man so schön sagt, sind absolut sicher“, sagte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“.

„Den deutschen Banken geht es gut“, sagte Kemmer mit Blick auf die Teilverstaatlichung der belgisch-französischen Großbank Dexia in der Schuldenkrise. „Sie sind gut aufgestellt. Sie haben in den letzten Monaten ihr Kapital erhöht. Sie sind stabil“, betonte Kemmer. Die Griechenland-Engagements seien überschaubar. Nach der Finanzkrise 2008 hätten die deutschen Banken „ihre Hausaufgaben gemacht“. Sie hätten auch das Risikomanagement verbessert. „Im internationalen Vergleich stehen die deutschen Banken derzeit gut da“, versicherte Kemmer.

Drei Jahre, nachdem das weltweite Finanzsystem vor dem Zusammenbruch stand, geht die Angst vor einem neuen Flächenbrand um. Denn die Schuldenkrise und der drohende Staatsbankrott Griechenlands schüren die Befürchtungen, dass viele Banken nicht mehr über ausreichendes Eigenkapitel verfügen, um mögliche Ausfälle zu stemmen. Deshalb wird jetzt zunehmend über eine erzwungene oder koordinierte Rekapitalisierung der Banken debattiert.

Dazu sagte Kemmer, bei der Stärkung der Kapitaldecke einzelner Banken könne man jedoch „nicht mit der Gießkanne arbeiten“. „Wenn jetzt die europäischen Staaten wieder neues Geld aufnehmen, um es den Banken zu geben, verstärkt das möglicherweise die Sorge der Investoren über die Rückzahlungsfähigkeit der Staaten.“ Allerdings könne es Fälle geben, in denen das nicht zu vermeiden sei. Aber hier müsse man sehr genau überlegen, wo es Sinn mache, Kapital hineinzugeben.

Kemmer warnte vor einer stärkeren Beteiligung privater Gläubiger an der Griechenland-Rettung. Bevor weitere Schuldenerlasse aus dem privaten Sektor zugunsten Griechenlands vereinbart würden, sollten erst einmal die im Juli vereinbarten 21 Prozent eingeholt werden, sagte er im Morgenmagazin. „Das ist technisch nicht so ganz einfach, das ist ein Riesenbetrag. Es führt nicht dazu, dass das Vertrauen der Finanzmärkte wieder zurückkommt, wenn wir, bevor wir die eine Aktion beendet haben, schon wieder über die zweite und dritte Aktion sprechen.“ Auch der international abgestimmte Fahrplan zur Verbesserung der Kapitalausstattung (Basel III) sollte eingehalten.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Kronecker

11.10.2011, 12:03 Uhr

Die Aussage des BdB, in Person Herrn Kemmers, dass die Einlagen der s. g. "kleinen Leute" sicher seien, erfüllt nach meinem Gschmack den Tatbestand einer Beleidigung. "Kleine Leute", was soll das sein? Was sind "große Leute"?

Achso

11.10.2011, 12:28 Uhr

Wenn die Einlagen der "kleinen Leute" sicher sind, dann können wir die Banken ja beruhigt Pleite gehen lassen. Warum sollte der "kleine Mann" (der Steuerzahler) dann zusätzlich Geld in das System einbringen?

lowabras

11.10.2011, 12:37 Uhr

Jedem, der fehlerfrei auf Drei zählen kann, was offensichtlich vielen Politikern abgeht, dem ist längst klar, dass es anders nicht geht. Nein, den Politmarionetten ging es bisher darum Zeit zu gewinnen, damit die privaten Banken ihre Schrottpapiere, mit denen sie viel Geld verdient haben noch gewinnbringend an die Zentralbanken verkaufen konnten (das durfte nur in kleineren Tranchen geschehen um die Kurse zu stützen), natürlich zuletzt auf Kosten der Steuerviehs!
Nun ist es offensichtlich so weit, dass die nun absolut wertlosen Papiere im Safe der Steuerzahler gelandet sind und nun darf so langsam passieren, was niemals zu verhindern ist!
Natürlich ist nun kein Rettungsschirme mehr am kommenden Desaster schuldig, sondern die Schulden (Abschreibungen) sind schon da. Und iweder mal hatten die Politiker recht. Die Rettungsschirme sind und waren nicht das Problem! Nein, nicht, sondern die Politiker sind das Problem und ausführlich beschrieben ist das ganze Szenario bei

www.steuerembargo.co.de

Hier kann man auch erfahren, wie man handeln kann. Sehr, sehr empfehlenswert!

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