Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.03.2013

16:25 Uhr

Bankenverband

„EZB legt Grundlage für neue Krise“

Die privaten Banken fürchten Nebenwirkungen der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Geldschwemme treibe die Märkte, doch beruhigend sei das nicht. Viele Indikatoren deuteten auf eine künftige Krise.

Insgesamt erwarten die Volkswirte der privaten Banken 2013 ein weiteres schwieriges Jahr. dpa

Insgesamt erwarten die Volkswirte der privaten Banken 2013 ein weiteres schwieriges Jahr.

FrankfurtDie privaten deutschen Banken fürchten eine neue Finanzkrise, sollte die laxe Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zu lange anhalten. Zwar gebe es wegen der schwachen Konjunktur in vielen Euro-Ländern und der geringen Teuerung aktuell noch keinen Anlass für eine Zinswende der Währungshüter, erklärte Joachim Massenberg von der Hauptgeschäftsführung des Bankenverbandes BdB am Mittwoch in Frankfurt. Sollte aber die EZB den Fuß nicht rechtzeitig vom geldpolitischen Gaspedal nehmen, drohten massive Probleme, "Die Grundlagen für eine neue Krise sind gelegt." Deshalb müsse die EZB wachsam bleiben und das Ende ihrer Geldschwemme schon heute vorbereiten.

Massenberg bereiten unter anderem die von der Geldschwemme der Notenbanken getriebene Rally an den Aktienmärkten und die Anzeichen für Überhitzungen der Immobilienmärkte in deutschen Ballungsräumen Sorgen: "Viele Indikatoren, die auf eine künftige Krise hindeuten können, sind vorhanden."

Analystenstimmen zur Rekordjagd des Dax

Jörg Rahn, Marcard, Stein & Co.

„Der Dax muss sich noch etwas gedulden. Selbst wenn die Europäische Zentralbank am Donnerstag die Zinsen senken sollte, wird dieser Impuls voraussichtlich nicht ausreichen. Länger als einige Wochen wird es aber sicher nicht dauern, bis der Leitindex einen neuen Rekordstand erklimmt.“

Christian Schmidt, Helaba-Analyst

„Es gibt offenbar immer noch viele Anleger, die den Zug bislang verpasst haben, wenngleich Hedgefonds die höchste Aktien-Investitionsquote seit dem Jahr 2006 haben.“

Tobias Basse, Aktienstratege der NordLB

„In der Euro-Zone gibt es zwar große Unsicherheiten, vor allem was die politische Situation in Italien anbelangt. Insgesamt hilft die Aussicht auf eine anziehende US-Konjunktur aber darüber hinweg. Die sich wiederbelebende Wirtschaft in den USA ist der Rettungsanker für die europäischen Börsen. Zwar wird die US-Notenbank irgendwann aus ihrem aggressiven Anleihenkaufprogramm aussteigen, aber das wird sie mit Bedacht tun.“

Folker Hellmeyer, Chef-Volkswirt der Bremer Landesbank

„Der Anstieg des Dax auf ein Rekordhoch ist nur eine Frage des 'wann' und nicht des 'ob'. Liquidität ist nur ein Baustein der Hausse. Der Erfolgspfad der Weltwirtschaft setzt sich fort. Außerdem sind die Bilanzen der deutschen Unternehmen deutlich besser als zur Zeit des bisherigen Dax-Rekordhochs von 2007.“

Ralph Herre, LBBW-Analyst

„Der Renditevorteil ist so hoch, dass selbst Dividendenkürzungen wie bei Versorger- und Telekomwerten die Beliebtheit von Aktien nicht schmälern.“

An den Weltbörsen hatte das billige Geld der Notenbanken in den vergangenen Wochen für einen rasanten Kursanstieg gesorgt. In Frankfurt erklomm der Dax am Mittwoch das höchste Niveau seit fünf Jahren und ist nur noch wenige Zähler von seinem vor der Krise Mitte 2007 erreichten Allzeithoch entfernt. An der Wall Street hatte der Dow Jones am Dienstag den höchsten Stand in seiner Geschichte erreicht.

Meilensteine des Dow Jones

über 20.000 Punkte

Datum: 25.01.2017

Punkte: 20.044,00

über 19.000 Punkte

Datum: 22.11.2016

Punkte: 19.043,90

über 18.000 Punkte

Datum: 23.12.2014

Punkte: 18.069,22

über 17.000 Punkte

Datum: 03.07.2014

Punkte: 17.074,65

über 16.000 Punkte

Datum: 18.11.2013

Punkte: 16.030,28

über 15.000 Punkte

Datum: 03.05.2013

Punkte: 15.009,59

über 10.000 Punkte

Datum: 29.03.199

Punkte: 10.006,79

über 5000 Punkte

Datum: 21.11.1995

Punkte: 5022,55

über 4000 Punkte

Datum: 23.02.1995

Punkte: 4003,33

über 3000 Punkte

Datum: 17.04.1991

Punkte: 3004,46

über 2000 Punkte

Datum: 08.01.1987

Punkte: 2002,25

über 1000 Punkte

Datum: 14.11.1972

Punkte: 1003,16

über 500 Punkte

Datum: 22.09.1956

Punkte: 500,24

über 50 Punkte

Datum: 13.03.1899

Punkte: 50,47

Der Ausschuss für Wirtschafts- und Währungspolitik des BdB glaubt allerdings nicht, dass die Notenbanken wegen der Gefahr einer neuen Krise das Ruder schnell herumreißen werden. Der Vorsitzende des aus einem guten Dutzend Bank-Chefvolkswirten bestehenden Gremiums, Stefan Schilbe, erwartet, dass die EZB noch bis ins Jahr 2014 an ihrer Niedrigzinspolitik festhalten wird. "Eine Zinserhöhung würde im gegenwärtigen Umfeld ein zu frühes Signal geben.

Kommentare (20)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

06.03.2013, 16:46 Uhr

Ihre Hochstelltaste klemmt.

Account gelöscht!

06.03.2013, 16:54 Uhr

Harald Lesch - Das perfekte Verbrechen
http://www.youtube.com/watch?v=iCL5lR4gpzg

Roger13

06.03.2013, 17:11 Uhr

Die Eu hat kein großes Zeitfenster mehr. Die Hinhaltetaktik bei der sog. Eurorettung ist am Ende. Die Völker der Südstaaten begehren auf. Grillo in Italien ist erst der Anfang.Das Projekt Euro ist damit auch politisch gescheitert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×