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26.11.2012

14:41 Uhr

Bankenverband

Jürgen Fitschens schwierige Mission

VonPeter Köhler, Robert Landgraf

Der Co-Chef der Deutschen Bank wird als Verbandspräsident verloren gegangenes Vertrauen wiederherstellen müssen. Und die Branche wünscht sich eine Stimme mit mehr Durchschlagskraft in der politischen Diskussion.

Der Co-Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Bank AG, Jürgen Fitschen. dpa

Der Co-Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Bank AG, Jürgen Fitschen.

FrankfurtFitschen auf der Euro Finance Week in Frankfurt, Fitschen beim „President's Dinner“ der Amerikanischen Handelskammer, Fitschen auf dem Führungskräftetreffen der „Süddeutschen Zeitung“ in Berlin. Obwohl noch nicht zum Bankenpräsidenten gewählt, ist der Co-Vorstandschef der Deutschen Bank schon das natürliche Sprachrohr einer Branche, deren Ruf in der Finanzkrise arg gelitten hat. Fitschen setzt schon Monate vor seinem Amtsantritt als Präsident des Bankenverbandes die Akzente – im Frühjahr 2013 wird er nicht anfangen, sondern durchstarten.

Und Jürgen Fitschen kann sich sicher sein, dass die Mitglieder im Verband eine stärkere Stimme wünschen, mehr Durchschlagskraft in der politischen Diskussion fordern. Sein Haus ist die letzte internationale Großbank unter deutscher Flagge, das verleiht auch ihm Gewicht.

Allerdings weiß Fitschen, dass ihm eine schwierige Mission bevorsteht: Er muss in den kommenden Jahren eine Brücke bauen zwischen Kreditwirtschaft und Gesellschaft. Denn die Öffentlichkeit unterstellt den Banken, dass sie sich nicht ändern wollen oder können.

„Vertrauen fängt damit an, dass das, was wir tun, von der Mehrheit akzeptiert wird als etwas, das einen Nutzen stiftet für die Gesellschaft“, sagt der 64-jährige Topmanager. Fitschen läuft dabei Gefahr, von den Fehlern anderer im eigenen Haus eingeholt zu werden. Noch sind die Untersuchungen über die Verwicklung der Deutschen Bank in die Manipulationen des Leitzinses Libor nicht abgeschlossen, und auch die Klagen in den USA im Nachklang der Finanzkrise dauern an.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Für Fitschen steht der Ruf der Banker im Mittelpunkt; ihn will er wiederherstellen. Doch zunächst beschäftigt ihn die Regulierung der Geldhäuser. Kürzlich hatten die USA angekündigt, das Regelwerk Basel III nicht wie die Europäer im nächsten Jahr umzusetzen. Hinter dem Schlagwort Basel III verbergen sich deutlich strengere Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften, die die Renditen der Banken drücken werden.

Die US-Bankenlobby lehnt die Auflagen von Basel III als zutiefst unamerikanisch ab. Viele europäische Geldhäuser, allen voran die Deutsche Bank, fürchten nun schwere Wettbewerbsnachteile gegenüber der Konkurrenz jenseits des Atlantiks. Das will Fitschen nicht hinnehmen und pocht darauf, dass die Amerikaner mitziehen.

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