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15.03.2016

10:34 Uhr

Banker-Gehälter

Weniger Bonus für die Bosse

VonMichael Maisch

Die Banken müssen sparen, wo sie können. Deshalb streichen sie die Prämien für ihre Mitarbeiter kräftig zusammen. Trotzdem gibt es nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner im großen Bonuslotto.

Globale Banken schütten mehr an ganz junge Mitarbeiter aus – und weniger an das mittlere Management. Reuters

Barclays-Zentrale in London

Globale Banken schütten mehr an ganz junge Mitarbeiter aus – und weniger an das mittlere Management.

FrankfurtDass es keine rauschende Bonus-Saison für die Banker in den Finanzmetropolen New York und London werden würde, war schon seit einigen Wochen klar. Jetzt lässt sich das Minus auch mit Zahlen belegen. Weil viele Wall-Street-Häuser einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen mussten, kassiert der durchschnittliche Banker dort neun Prozent weniger Bonus für das vergangene Jahr. Das hat der offizielle Rechnungsprüfer des Staates New York, Thomas DiNapoli, ausgerechnet.

Hohe Rechtsrisiken und die Flaute im Wertpapierhandel sind schuld daran. Ganz ähnlich wie in New York sieht es auch in der Londoner City aus. Allerdings heißt das noch lange nicht, dass alle Banker auf der Verliererseite stehen. Je schlechter die Zeiten, desto stärker differenzieren die Banken bei den Leistungsprämien.

In diesem Jahr haben sich viele Institute entschlossen, ihre Nachwuchskräfte zu belohnen, während sie sich bei erfahreneren Bankern sehr viel knausriger zeigen. Neueinsteiger im Investmentbanking, die so genannten Analysts können sich nach Berechnungen des britischen Informationsdienstes Emolument über ein Plus von sage und schreibe 150 Prozent freuen – auch wenn die Boni auf dieser Stufe mit durchschnittlich 15.000 Pfund noch relativ bescheiden ausfallen.

Was Investmentbanken in London ihren "Associates" zahlen

Daten / Quelle

Die Daten stammen von der Website emolument.com, die fast 500 Gehälter von "Associates" (Analysten mit einigen Jahren Berufserfahrung bzw. Berufseinsteiger mit MBA-Abschluss) bei Banken in London analysiert hat. Die Daten beziehen sich auf Jahresgehälter für 2015.

Die Daten sind zum Pfund-Kurs im August 2015 umgerechnet.

JP Morgan

Die US-Investmentbank bezahlt ihren Londoner Angestellten im Investmentbanking am meisten: Rund 220.000 Euro inklusive Bonus winken den Bankern dort.

Morgan Stanley

US-Konkurrent Morgan Stanley folgt gleich darauf. Ein Investmentbanker in der Londoner City verdiente 2015 bei der Großbank noch rund 210.000 Euro.

Goldman Sachs

Mit Goldman Sachs stammt auch die dritte am besten zahlende Investmentbank in der Londoner City aus den USA. Gut 200.000 Euro können Banker dort 2015 einstreichen.

UBS

Die UBS zieht mit einem Jahresgehalt von gut 200.000 Euro mit Goldman Sachs gleich.

Credit Suisse

Umgerechnet rund 178.000 Euro zahlt die Credit Suisse den Investmentbankern in der Londoner City.

Deutsche Bank

Umgerechnet gut 175.000 im Jahr können sich Investmentbanker in London bei der Deutschen Bank erwarten.

Barclays

Rund 160.000 Euro bekommen Investmentbanker, die in London bei Barclays arbeiten.

BNP Paribas

Die französische BNP Paribas kommt bei den am besten zahlenden Banken auf Rang zehn. Investmentbankern überweist sie 2015 inklusive Boni rund 160.000 Euro aufs Konto.

Auch die nächst folgende Hierarchiestufe, die so genannten Associates kassieren im Schnitt noch gut 20 Prozent mehr. Dagegen setzen die Geldhäuser bei höheren Rängen wie den „Vice Presidents“ mit Minus 24 Prozent den Rotstift an. Bei den Directors kappen die Geldhäuser die Prämien sogar um bis zu ein Drittel. Mitarbeiter mit dem höchsten Rang, dem des „Managing Directors“, kommen dagegen mit einem Rückgang von acht Prozent davon.

Kommentare (8)

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15.03.2016, 10:54 Uhr

Bank-Kreditgeschäfte die auf einer Null-Negativzinspolitik (Draghi EURO Drucker) auf staatlichen Subventioen (sog. Grüne Industriepoltik) und dem Spekulieren von wertlosen gedruckten Draghi Euros an den Börsen dieser Welt basieren, sind Geschäfte, die keinen Mehrwert in sich tragen und somit auch keine wirtschaftliche Wertschöpfungskette zum Aufbau einer marktbasierenden Wohlstandsgesllschaft mit sozialen Gewissen zu gute kommen.

Account gelöscht!

15.03.2016, 10:55 Uhr

Unterscheiden sollte man schon können. Handelsabteilungen bei Investmentbanken gliedern sich in 4 große Bereiche 1) Devisen (FX), 2) Fixed-Income (Renten), 3) Equities (Aktien) und Commodities (Rohstoffe). Innerhalb dieser Bereiche gibt es den Unterschied zwischen Prop-Trading (also den Eigenhandel) und institutionelles Sales-Trading (Kundenhandel).

Darüber hinaus gibt es neben den Handelsdivisionen noch die viel wichtigeren Bereiche Securitisation (also Verbriefungen von Wertpapieren) und Mergers & Acquisitions (M&A).

Herr Vinci Queri

15.03.2016, 12:04 Uhr

>> Deshalb streichen sie die Prämien für ihre Mitarbeiter kräftig zusammen >>

Das halte ich für ein Gerücht.

Die Deutsche Bank, bei Verlusten in 2015 von sage und schreibe 6,8 Mrd. €, zahlet Gehälter oberhalb von einer Million € seinen 756 Managern......!

Vom Sparen ist da weit und breit NICHTS zu sehen.

Und diese Bank steuert einer Pleite , ähnlich Lehman Brothers, unhaufhaltsam zu.



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