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16.11.2015

19:52 Uhr

„Banker of the Year“

Axel Weber in Frankfurt geehrt

Den Wandel vom Finanzaufseher zum Chef einer Großbank hat Axel Weber geschafft – und bei der Schweizer UBS unter anderem Sünden der Vergangenheit aufgearbeitet. Das bringt ihm eine Auszeichnung ein.

Einst für die Bundesbank in Frankfurt, jetzt in Zürich bei der UBS. Bert Bostelmann/Bildfolio

Axel Weber

Einst für die Bundesbank in Frankfurt, jetzt in Zürich bei der UBS.

FrankfurtFür viele Könige wurde hier schon der rote Teppich ausgerollt. Zum ersten Mal luden die Ratsherren Frankfurts Anfang des 17. Jahrhunderts zur Krönung des Kaisers Mathias in den Kaisersaal des Frankfurter Rathauses ein. Auch die britische Königin Elizabeth II ließ sich bei ihrem Staatsbesuch im Juni mit einem Festbankett feiern.

Am Montagabend erhielt hier Axel Weber, Verwaltungsratschef der Schweizer Großbank UBS und Ex-Bundesbank-Präsident, die Auszeichnung des „European Banker of the Year 2014“. Eine Vereinigung internationaler Wirtschaftsjournalisten, die sich „Group of 20+1“ nennt, zeichnete den Banker aus. Unter den Gästen: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen, Commerzbank-Chef Martin Blessing sowie Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank.

Weber überzeuge mit „drei beeindruckenden, erfolgreichen Karrieren: als Ökonom, als Bundesbank-Präsident und jetzt als Verwaltungsratspräsident der UBS“, so Laudator Wolfgang Kirsch, Präsident der DZ Bank. Mit „Mut, Haltung, Disziplin und Integrität“ habe Weber das Vertrauen in die UBS wieder hergestellt, das durch unter anderem durch Skandale wie die Verwicklungen in die Libor-Affäre zerstört worden war.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Gemeinsam mit Vorstandschef Sergio Ermotti hatte Weber eine Strategiewende bei der UBS eingeleitet: Die wenig erfolgreiche Aufholjagd auf die US-Investmentbanken wurde endgültig abgeblasen; die hauseigene Investmentbank zog sich weitgehend aus dem kapitalintensiven Anleihegeschäft zurück, die Vermögensverwaltung wurde wieder ins Zentrum des Geschäftsmodells gestellt.

Als ehemaliger Bankenregulierer erkannte Weber früher als die Manager vieler Konkurrenten, welche Konsequenzen die strengeren Regeln für die Geschäftsmodelle der Banken haben würden. Dennoch läuft auch derzeit nicht alles bei dem Institut rund.

In seiner Dankesrede warnte Weber die versammelten Branchengrößen davor, dass weitere „Strumfluten“ vor der Branche lägen. Es gebe keinen Zaubertrank, der die Probleme lösen könne. Dennoch zeigte er sich optimistisch, dass der Finanzplatz Europa zu neuer Stärke finden werde.

Die Skandalaufarbeitung war Weber aber entschlossener angegangen als etwa die Deutsche Bank. Im Libor-Skandal zum Beispiel kooperierte die UBS frühzeitig und umfassend mit den Behörden. Daher erließ die EU-Kommission den Schweizern die ursprünglich geplante Strafe von 2,5 Milliarden Euro komplett. Auch beim Hinauskomplimentieren von Steuersündern ging die UBS konsequent vor. „Das Tandem Weber und Ermotti funktioniert gut“, lobte die Jury.

Aber Weber weiß: Die Bank kann sich keinen weiteren Skandal leisten, ohne dass ernsthafte Zweifel am Willen zum Kulturwandel aufkommen.

Von

HB

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