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06.11.2015

20:34 Uhr

Banker wechselt Karriere

Vom Knochenjob zu alten Knochen

Einst verkaufte Cliff Hartono Fonds bei der Credit Suisse, umgeben von sechs Computerbildschirmen. Das erfüllte ihn nicht. Ein steinalter Fund auf einem Hügel brachte ihn auf eine folgenschwere Geschäftsidee.

Privatleute greifen bei den alten Knochen gerne zu. Dieser „Kentosaurus aethiopicus” ist allerdings im Berliner Naturkundemuseum zu Hause. IMAGO

Fossilien sind als Geldanlage beliebt

Privatleute greifen bei den alten Knochen gerne zu. Dieser „Kentosaurus aethiopicus” ist allerdings im Berliner Naturkundemuseum zu Hause.

Frankfurt/SingapurFür Cliff Hartono war es ein surrealer Moment: An einem Tag im Oktober vor drei Jahren stand er auf einem Hügel in Wyoming. Um ihn herum grasten Rinder und Pferde - eine völlig andere Welt als sein Büro im Londoner Stadtteil Canary Wharf, wo er noch vor einem Monat für die Credit Suisse börsengehandelte Fonds verkauft hatte, umgeben von sechs Computerbildschirmen. Was er in diesem Hügel fand, sollte ihn auf eine folgenschwere Idee bringen.

Damals war der Deutsch-Indonesier 27 und auf einer Expedition im Stil von Indiana Jones, zusammen mit amerikanischen Fossiliensuchern mit Cowboyhüten. „He Junge, ist es das erste Mal, dass du einen Hammer hältst?”, fragte ihn einer, der mit Bildern von Fossilien tätowiert war. Hartono erinnert sich, dass er antwortete: „Das schwerste, was ich im letzten Monat gehoben habe, war eine Computermaus.”

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Dinosaurierskelette bringen dank kaufkräftiger Privatsammler bei Auktionen Millionenbeträge ein. Museen können da nicht mithalten. Mit Wissenschaft hat ein Flugsaurier im Wohnzimmer allerdings wenig zu tun.

Der Rest ist Geschichte. Hartono und die Fossiliensucher verstanden sich prächtig, und er wurde zum Sammler und Händler - wie er es sich erträumt hatte, als er durch das Londoner Natural History Museum streifte. Wyoming ist eine seiner Hauptquellen geblieben - neben dem fränkischen Solnhofen und Holzmaden in Baden-Württemberg.

Von Singapur aus hat Hartono ein Nischenmarktgeschäft mit Fossilien als Kunst- und Deko-Objekte aufgebaut. Seine Fundstücke sind 20 Millionen bis 230 Millionen Jahre alt - darunter ein versteinerter Ichthyosaurus aus dem Jura, den er für rund 200.000 Singapur-Dollar (129.000 Euro) verkaufen konnte.

So legen deutsche Haushalte an

Bargeld und Einlagen

Den größten Anteil am Vermögen der deutschen Privathaushalte haben traditionell Bargeld und Einlagen. Das Banksparen – also beispielsweise Girokonten oder Tagesgeld – hat sogar an Beliebtheit zugelegt. 2014 machte der Posten einen Anteil von 39,2 Prozent am Gesamtvermögen aus. 2001 lag dieser Anteil noch bei 34,9 Prozent.

Quelle: Deutsche Bundesbank

Versicherungen

Versicherungen machen den zweitgrößten Posten in der Vermögensstruktur der deutschen Haushalte aus. Zu diesem Posten zählen auch die Ansprüche gegenüber Alterssicherungssystemen. 2014 lag der Anteil der Versicherungen am Haushaltsvermögen bei 38,2 Prozent, er ist damit im Vergleich zu Aktien und Fonds gestiegen. 2001 lag der Anteil noch bei 30,8 Prozent.

Andere Fonds

Fonds die nicht ausschließlich in Aktien investieren, sind bei den deutschen Anlegern eher gefragt. 5,8 Prozent machte ihr Anteil 2014 aus. Trotzdem ist der Wert seit 2001 zurückgegangenen, damals lag er noch bei 8,4 Prozent.

Sonstige Anteilsrechte

Der Anteil sonstiger Anteilsrechte am Vermögen ist ebenfalls zurückgegangen. Zu diesem Posten zählen auch Aktien, die nicht an einer Börse notiert sind. 2001 machten sonstige Anteilsrechte noch 9,4 Prozent am Gesamtvermögen aus. 2014 lag der Anteil bei lediglich 5,4 Prozent.

Aktien

Das in Aktien investierte Vermögen der deutschen Haushalte ist über die Jahre zurückgegangen. 2014 legten die deutschen Haushalte 4,5 Prozent ihres Vermögens in Aktien an. 2001 lag der Anteil noch bei 5,8 Prozent.

Anleihen

Die Renditen für Anleihen sind im aktuellen Niedrigzinsumfeld unattraktiv. Die Haushalte reagieren darauf und investieren deutlich weniger in die Wertpapiere. 2001 lag der Anteil der Anleihen am Haushaltsvermögen noch bei 6,3 Prozent. Im vergangenen Jahr ging die Quote auf 3,4 Prozent zurück.

Aktienfonds

Auch die indirekte Anlage in Aktien durch Aktienfonds hat an Beliebtheit verloren. Nur 2,8 Prozent des Gesamtvermögens investierten die Haushalte in Aktienfonds. 2001 lag der Wert noch bei 2,9 Prozent.

Private Fossiliensammler gibt es schon lange. Aber erst der Film „Jurassic Park”, der 1993 in die Kinos kam, löste einen veritablen Fossilienrausch aus, erklärt Michael Pittman, Leiter des Vertebrate Paleontology Laboratory an der Universität von Hongkong. Im Jahr 1997 versteigerte Sotheby's in New York das Skelett eines Tyrannosaurus mit dem Spitznamen „Sue” an das Field Museum of Natural History in Chicago für die Rekordsumme von 8,4 Millionen Dollar (7,9 Millionen Euro). Der Schauspieler Nicolas Cage erwarb 2007 einen Tyrannosaurus-Rex-Schädel für 276.000 Dollar und stach damit seinen Kollegen Leonardo DiCaprio aus.

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