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09.03.2006

14:01 Uhr

Bankgeschäfte in New York

Milliarden-Deals zum Dessert

VonTobias Moerschen

New Yorks Restaurant-Szene bietet für jeden Geschmack etwas. Bankern ist neben der guten Küche und dem netten Ambiente vor allem eins wichtig: Sie wollen ungestört bleiben. Denn beim „Power Lunch“ fädeln die Investment-Stars lukrative Geschäfte ein, die möglichst nicht nach außen dringen sollen.

Bei Tisch schließen die New Yorker Banker am liebsten ihre Geschäfte ab. Foto: AP

Bei Tisch schließen die New Yorker Banker am liebsten ihre Geschäfte ab. Foto: AP

NEW YORK. Die größte Fondstransaktion der Wirtschaftsgeschichte wurde im „3 Guys Restaurant“ besiegelt, einem nüchternen Bistro in Manhattans Reichenviertel Upper Eastside. Dort trafen sich an einem frühen Januarmorgen Stanley O’Neal, Chef der Investmentbank Merrill Lynch, und Laurence Fink, Gründerchef der Fondsfirma Blackrock. Bei Rührei, Kaffee und Rosinenmüsli einigten sie sich darauf, die weltgrößte Anlagefirma mit mehr als einer Billion Dollar Vermögen zu schmieden.

„Die Leute treffen sich hier, weil sie ungestört bleiben“, erzählt Spiros Argiros, einer der drei Besitzer, dem New Yorker Lokalblatt „Daily News“. Tatsächlich blieb der Blackrock-Deal geheim, bis O'Neal und Fink ihn vor zwei Wochen bekannt gaben. Hätten die beiden sich mittags zum „Power Lunch“ (Geschäftsessen) in einem einschlägigen Gourmet-Restaurant getroffen - Minuten später hätte die ganze Wall Street davon erfahren.

New Yorks Restaurant-Szene bietet für jeden Geschmack etwas. Die Palette reicht vom Geheimtipp für Frühaufsteher über sündhaft teure Genusstempel und von rustikalen Steak-Häusern bis hin zu exklusiven Clubs, wo die Banker hinter verschlossenen Türen schwelgen. Vielfältige Motive lassen sich zwischen Suppe und Dessert elegant verbinden. Mal festigt man eine Kundenbeziehung, mal fädelt man den nächsten Milliarden-Deal ein, und mal genießt man einfach das gute Leben.

Wenn Blackrock-Chef Fink nicht gerade in geheimer Mission zu den „3 Guys“ zieht, sitzt er an seinem angestammten Fensterplatz im weitaus repräsentativeren San Pietro. Dessen Chefkoch Antonio Bruno importiert die Zutaten seiner italienischen Gourmetgerichte „zu 85 Prozent aus Süditalien“, wie er auf der Webseite des Hauses versichert. Über den Preis für solche Extravaganzen schweigt Bruno sich aus.

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