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27.03.2012

13:56 Uhr

Bankkonzern

WGZ verbucht dreistelligen Millionenverlust

Der Düsseldorfer Bankkonzern WGZ leidet schwer unter der Schuldenkrise: Für 2011 weist das Geldinstitut einen Verlust von rund 240 Millionen Euro aus. Nun will es sich so weit wie möglich von Staatsanleihen lösen.

Der Bankkonzern WGZ ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Pressebild

Der Bankkonzern WGZ ist tief in die roten Zahlen gerutscht.

DüsseldorfDie europäische Staatsschuldenkrise und Griechenlands Schuldenschnitt haben den Bankkonzern WGZ tief in die roten Zahlen gedrückt. Der Düsseldorfer Konzern weist für 2011 einen Verlust von rund 240 Millionen Euro aus. In der Konzernbilanz wurden Wertberichtigungen von etwa 700 Millionen Euro auf europäische Staatsanleihen verarbeitet, darunter etwa 200 Millionen Euro zu Griechenland. Der Bankkonzern hat seine Griechenland-Anleihen in den vergangenen Jahren damit um insgesamt 75 Prozent abgeschrieben. Das teilte der Vorstand am Dienstag in Düsseldorf zur Bilanzvorlage mit.

Das Geschäft der Staatsfinanzierung steht bei der WGZ auf dem Prüfstand: Vorerst will der Konzern keine neuen Staatsanleihen zeichnen und die bestehende Position tendenziell reduzieren. Die WGZ hält Staatsanleihen der von der Schuldenkrise besonders betroffenen Länder Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien mit einem aktuellen Marktwert von insgesamt rund drei Milliarden Euro. Aber auch gefragte Anleihen der Bundesrepublik befinden sich im Bestand.

Bei den Wertberichtigungen auf europäische Staatsanleihen - mit Ausnahme von Griechenland - geht der Vorstand der WGZ-Bank davon aus, dass diese nicht dauerhaft sind. Die WGZ ist die Zentralbank für rund 200 Genossenschaftsbanken im Rheinland und in Westfalen. Das Gros davon sind Volksbanken und Raiffeisenbanken.

2010 hatte der WGZ-Konzern, zu dem neben der WGZ-Bank Töchter wie die WL-Bank gehören, noch einen Gewinn von 142 Millionen Euro ausgewiesen. Der Verlust von rund 240 Millionen Euro 2011 ist der bisher höchste. 2008 hatte der WGZ-Konzern durch hohe Wertberichtigungen auf Engagements im Ausland 195 Millionen Euro Verlust gemacht. Außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung gab es damals allerdings Wertberichtigungen in Höhe von 52,4 Millionen Euro.

Von

dpa

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