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10.06.2015

09:55 Uhr

Barclays

Zehn zynische Tipps kosten Investmentbanker den Job

Ein Analyst der britischen Großbank Barclays hat eine E-Mail verschickt, in der er Praktikanten ironische Empfehlungen gibt. Jetzt hat er dafür Medienberichten zufolge die Quittung erhalten und das Unternehmen verlassen.

Die Arbeitsbedingungen von Praktikanten bei Investmentbanken standen zuletzt im Blickpunkt der Öffentlichkeit. dpa

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Die Arbeitsbedingungen von Praktikanten bei Investmentbanken standen zuletzt im Blickpunkt der Öffentlichkeit.

DüsseldorfDie E-Mail des Analysten der britischen Großbank Barclays hatte in der Finanzwelt für großes Aufsehen gesorgt. Vor zwei Wochen setzte der auf Energieunternehmen spezialisierte Mitarbeiter des Instituts einen elektronischen Brief auf – und der Inhalt verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Über die E-Mail hatte das Wall Street Journal berichtet.

Zehn zynische Tipps für Praktikanten hatte der Banker gegeben und deswegen Ende vergangener Woche das Unternehmen verlassen müssen, berichtet das Blog Gawker.

Die 10 zynischen Gebote für das Investmentbanking

Regel 1

Wir ziehen uns konservativ an. Keine Socken zu tragen ist verboten, sie zu tragen, ist angeraten.

Regel 2

Wem es zu stressig wird, soll besser nicht bleiben.

Regel 3

Du musst der letzte am Schreibtisch sein, egal wie spät es ist. Und früher da zu sein, als die anderen, wäre sogar noch besser.

Regel 4

Wendet euch nur an einen bestimmten Kontakt mit Fragen. Wer mich fragt – das fällt negativ auf.

Regel 5

Zieht niemals das Sakko/die Jacke aus. Wir sind hier im Investmentbanking.

Regel 6

Bringt euren Mentoren Frühstück mit.

Regel 7

Bringt ein Kissen mit ins Büro. Das macht die Übernachtung im Büro einfacher.

Regel 8

Versorgt das Team mit Snacks.

Regel 9

Habt eine Reserve-Krawatte oder einen -Schal dabei - vielleicht braucht euer Betreuer einmal eine Serviette.

Regel 10

Ein Zettel hängt aus, auf dem ihr eintragt, wann und warum ihr euren Schrebtisch für wie lange verlasst. Das ist wichtig gegen Ende des Praktikums.

Quelle

Quelle: E-Mail eines Barclays-Analysten in den USA an neue Praktikanten im Frühjahr 2015.

Das Problem an den zynischen Tipps: In der Vergangenheit hatte es vermehrt Berichte über unzumutbare Arbeitsbedingungen für Praktikanten im Investmentbanking gegeben. Sogar Todesfälle und Selbstmorde wurden damit in Zusammenhang gebracht.

Für den Analysten, der in New York gearbeitet hat, ist die E-Mail laut Gawker gleich doppelt folgenschwer. Nicht nur bei Barclays ist er seinen Posten los. Auch einen neuen Job bei einem Finanzinvestor, den er wohl in den kommenden Wochen antreten wollte, ist er los.

Von

mdo

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