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29.01.2010

07:10 Uhr

Basel III

Banken drohen Lasten von bis zu 300 Milliarden Euro

VonPeter Köhler, Robert Landgraf, Yasmin Osman , Hans Nagl

ExklusivDie drohende Belastung für die Banken durch die unter dem Stichwort Basel III geplanten Eigenkapitalregeln ist deutlich höher als bislang erwartet. Die Institute warnen vor gravierenden Auswirkungen in ganz Europa. Vor allem die Vorschrift, Mehrheitsbeteiligungen nicht anrechnen zu dürfen, würde die Geldhäuser hart treffen.

Die Skyline von Frankfurt am Main. Die verschärften Eigenkapitalregeln werden die Banken stärker belasten als bisher erwartet. ap

Die Skyline von Frankfurt am Main. Die verschärften Eigenkapitalregeln werden die Banken stärker belasten als bisher erwartet.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Nach internen Berechnungen verschiedener Geldhäuser entsteht bei allen europäischen Banken ein Kapitalbedarf von bis zu 300 Mrd. Euro, sollten die geplanten Regeln Realität werden. "Würde der Baseler Vorschlag ohne Änderungen umgesetzt, dann müssten die Banken mit erheblichen Belastungen rechnen", sagt Stefan Best, Bankenexperte bei der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Die US-Investmentbank Morgan Stanley hatte den zusätzlichen Kapitalbedarf europäischer Institute kürzlich auf 83 Mrd. Euro veranschlagt.

Den Anstoß zu den neuen Kapitalregeln hatten die größten Industrie- und Schwellenländer (G20) im September 2009 auf dem Pittsburgh-Gipfel gegeben. Die Regierungen wollen die Risiken der Banken durch strengere Regulierung begrenzen und damit künftigen Krisen vorbeugen. Die Vorschläge des Baseler Ausschusses, in dem die Aufsichtsbehörden und Notenbanken von 27 Staaten vertreten sind, sollen nach eingehender Prüfung möglichst bis Ende 2012 umgesetzt werden.

Die Banken stemmen sich gegen die Eigenkapitalvorschriften und wollen nach Informationen des Handelsblatts aus Finanzkreisen in den kommenden Wochen ihren Widerstand bei Politik und Aufsichtsbehörden verstärken. Neben generell höheren Kapitalanforderungen und dem Wegfall der Kapitalstärkung aus steuerlichen Verlustvorträgen wird vor allem auch ein neuer Ansatz bei den Mehrheitsbeteiligungen der Banken zu Belastungen führen.

In Zukunft sollen bei Beteiligungen über 50 Prozent die Risiken der Töchter voll konsolidiert werden, während das Eigenkapital nicht mehr bei der Mutter angerechnet werden kann. "Dahinter steht die Überlegung, dass das Kapital der Alteigentümer bei Verlusten der Mutter nicht zur Abdeckung der Fehlbeträge zur Verfügung stehen könnte", sagt Best.

Kommentare (10)

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rainer repke

29.01.2010, 08:49 Uhr

kann dem Vorschlag nur zustimmen. Man muss die banken nicht zerschlagen, aber widerstandsfaehiger machen. Dh mehr Eigenkapital und starke Einschnitte bei Kreditschoepfung. Natuerlich muessen die Aufsichtsbehoerden gestaerkt werden, damit sie ueberhaupt mitkriegen, was passiert. Aktivitaeten der Lobbisten (sofern moeglich) muessen eingeschraenkt werden. Ratingagenturen muessen das tun, wofuer sie bezahlt werden: echt bewerten.

Sonst erleben wir das Gleiche noch einmal und vielleicht das naechste Mal so dick, dass wir Pleite gehen.

Auf die Moral der Marktteilnehmer wuerde ich weniger setzen, doch waere es gut, wenn zuhause, in den Schulen und den Hochschulen verantwortliches Verhalten (wieder) Teil der Erziehigung bzw. Ausbildung wird.

Euer
Rainer

Max

29.01.2010, 09:02 Uhr

Unser Finanzsystem mit Fractional banking, Zins und Zinseszins und dem uferlosen Ausweiten von Fiat- Money ohne jeglichen Realwert sind bETRUG !!!
Es wäre gut wenn das System endlich zusammenbrechen würde.

Manfred K.

29.01.2010, 10:08 Uhr

Ja, es ist betrug.
Aber die Menschen interessiert es garnicht.
Sie leben oberflächlich dahin in ihrer kleinen box.
Wenn alle das so machen muss es ja richtig sein....
in einer Schafherde folgt ein Arsch immer dem anderen.
Das ist gut für die Wölfe, sie können ihre Schäfchen leicht kontrollieren....

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