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13.01.2011

21:22 Uhr

Basel III

Commerzbank wappnet sich für neue Regeln

VonHans G. Nagl

Die teilverstaatlichte Commerzbank besorgt sich frisches Geld. Sie hat eine Kapitalerhöhung von mehr als einer halben Milliarde Euro bekanntgegeben und bereits abgeschlossen. Das Nachrangkapital wird also künftig an Bedeutung verlieren – so wollen es die Aufseher.

Commerzbank-Gebäude in Frankfurt: Das Geldhaus plant eine Kapitalerhöhung. Quelle: dpa

Commerzbank-Gebäude in Frankfurt: Das Geldhaus plant eine Kapitalerhöhung.

FRANKFURT. Mit einem ersten kleinen Schritt rüstet sich die Commerzbank für die künftig deutlich härteren Kapitalvorschriften im Bankensektor. Über eine Kapitalerhöhung will das teilverstaatlichte Institut rund ein Viertel seiner ausstehenden Nachrangpapiere (Hybride) einsammeln. Damit kommt Bankchef Martin Blessing einer zentralen Forderung der neuen Regulierungsvorgaben Basel III nach: Das Eigenkapital der Institute rund um den Globus soll künftig vor allem härter sein. „Diese Transaktion stellt einen wichtigen Schritt bei der Optimierung der Kapitalstruktur der Commerzbank dar“, betonte das Institut gestern.

Basel III setzt vor allem auf Aktienkapital und einbehaltene Gewinne. Bis 2019 muss jedes Haus schrittweise eine nur hieraus bestehende, so genannte „echte“, Kernkapitalquote von sieben Prozent ausweisen. Vor der Krise lag der Vergleichswert bei zwei Prozent. Hybride Instrumente, die früher bis zur Hälfte des Kernkapitals ausmachen durften, sind damit künftig nur noch Beiwerk.

Das Bundesfinanzministerium unterstützt den Deal

Die gestrige Transaktion findet auch die Zustimmung des Bundes, der 25 Prozent und eine Aktie an der Commerzbank hält. Der Schritt erscheine „sinnvoll, nicht zuletzt im Hinblick auf die zu erwartenden Anforderungen von Basel III“, hieß es in einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums an Haushalts- und Finanzpolitiker. Um bei der 626 Millionen Euro schweren Kapitalerhöhung nicht die eigene Sperrminorität zu verlieren, zieht der Bund mit. Dafür wird ein Bruchteil – rund 200 Mio. Euro – der stillen Einlage von 16,4 Milliarden in frische Aktien gewandelt.

De facto fließt der Bank aber kein neues Geld zu, denn sie kauft über die beauftragte Investmentbank Credit Suisse die Nachranganleihen mit Abschlag auf. Hybrid-Investoren, die das bis zum 21. Januar laufende Angebot annehmen, werden mit den Erlösen aus der Kapitalerhöhung bezahlt. Dieses Modell kam bislang vor allem im angelsächsischen Raum zum Einsatz, nicht aber hierzulande. Weil die Papiere unterhalb des jeweiligen Nennwerts notieren und günstiger aufgekauft werden, kann die Commerzbank einen Buchgewinn einfahren. Finanzkreisen zufolge liegt er bei mehr als 300 Millionen Euro.

Kommentare (2)

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Markus

13.01.2011, 10:18 Uhr

Spätestens heute würde ich wenn ich den Coba Aktionär wäre, meine Papiere verkaufen!
Das ist der Auftakt zu seiner Verwässerung von Aktionärsanteilen wie es seit der HRE seines gleichen sucht!

Außerdem warum macht man so eine Peanuts Kapitalerhöhung von 600 Mio???
Achja, geht ja nicht anders bei 5,35€ Aktienkurs, welchen diese Schrottbank noch aufweist!

Albert

13.01.2011, 11:43 Uhr

Die Commerzbank ist und bleibt der grösste Kapitalvernichter in DE.
Eine unseriöse unfähige bank vom Kopf bis zur Sachbearbeitung, - eine Schrottbank in der Tat...

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