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14.03.2011

14:57 Uhr

Basel III

NordLB erhöht Kernkapital

Die NordLB will die Vorgaben von Basel III bis 2015 erfüllen - und die Eigenkapitalquote auf sieben Prozent erhöhen. Durch die Maßnahmen der drittgrößten Landesbank könnten sich die Anteilsverhältnisse verschieben.

Die NordLB will ihr Eigenkapital auch aus Gewinnen stärken. Quelle: pressefoto

Die NordLB will ihr Eigenkapital auch aus Gewinnen stärken.

Hannover

Die drittgrößte Landesbank NordLB will die schärferen Baseler Eigenkapitalvorschriften bis 2015 erfüllen. Die Eigentümer wollen 1,2 Milliarden Euro an stillen Einlagen in hartes Kernkapital wandeln, sagte Bankchef Gunter Dunkel am Montag in Hannover. Daneben werde die NordLB Gewinne einbehalten, Beteiligungen verkaufen und Risiko-Aktiva abbauen. "Wir wollen bis 2015 eine harte Kernkapitalquote von sieben Prozent haben." Diese Quote ist nach dem neuen Regelwerk "Basel III" ab 2019 vorgeschrieben. "Wir werden nicht die Zeit haben, die Übergangsfristen voll auszunutzen", sagte Finanzchef Hinrich Holm mit Blick auf Zinsaufschläge, die der Markt ansonsten von der NordLB verlangen würde.

Die NordLB rüstet sich mit der Verbesserung ihrer Kapitalstruktur auch für Stresstests von Bankenaufsehern. "Die Stresstests sind ein Fitnesstest quer über alle Sportarten", sagte Dunkel mit Blick auf die derzeit laufenden Tests der europäischen Bankenaufsicht EBA. Es gebe in Deutschland einen Hochspringer - die Deutsche Bank - der den Test locker bestehen werde. "Wir sind eher ein Marathonläufer", sagte Dunkel. Beim Stress Test im vergangenen Sommer war die Kernkapitalquote der NordLB im härtesten Stressszenario auf 6,2 Prozent gefallen, womit sie die Marke von sechs Prozent nur knapp übersprang. Ende September lag die - ohne Stress-Szenario ermittelte - Kernkapitalquote der NordLB bei 8,9 Prozent, weit unterhalb der Werte vieler anderer Banken. "Dass die NordLB im Vergleich zu manchen anderen Landesbanken schlechter dasteht, hängt damit zusammen, dass diese mit Staatsgeld gedopt wurden und bei den Stresstests einen unfairen Wettbewerbsvorteil haben," hatte Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring kürzlich im Reuters-Interview erklärt.

Mit einer Wandlung von stillen Einlagen - sie machen rund ein Drittel der acht Milliarden Euro an Kernkapital aus - ließe sich die Kapitalisierung der NordLB zwar schnell erheblich verbessern. Allerdings würde dies die Anteilsverhältnisse verschieben. Da die Sparkassen kaum stille Einlagen haben, würde ihre Beteiligung verwässern. "Das Ziel ist es, dass Sparkassen und Länder die Bank weiter auf Augenhöhe führen.

Aber wenn alle Stricke reißen, ist es nicht undenkbar für die Sparkassen, sich verwässern zu lassen", sagte Dunkel. Als Ausweg gilt, dass stille Einlagen in hybrides - also stimmrechtsloses - hartes Kernkapital gewandelt wird. Die genaue Ausgestaltung solcher Papiere - die wohl mit einem Prozentpunkt mehr verzinst werden müssten als stille Einlagen - hänge aber von den noch nicht finalisierten europäischen Vorgaben für solches Kapital ab.

Neben der Wandlung stiller Einlagen will die NordLB bis 2014 insgesamt 800 Millionen Euro an Gewinnen einbehalten, wovon 300 schon für 2010 veranschlagt sind. Zusätzliche 600 Millionen könnten über einen Verzicht auf Dividenden zustande kommen. Eine Kapitalentlastung von 600 Millionen Euro erhofft sich die NordLB zudem bis 2015 von Beteiligungsverkäufen, wobei 430 Millionen Euro auf den Anteil der DekaBank entfällt.

Um 2015 eine harte Kernkapitalquote von sieben Prozent zu erreichen, benötigt die NordLB nach eigener Berechnung 6,3 Milliarden Euro Kapital. Das reicht deshalb aus, weil die Bank ihre Risikoaktiva um 4,2 Milliarden auf dann 90 Milliarden Euro zurückführen will.

Von

rtr

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