Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.04.2014

07:01 Uhr

„Baseler Ausschuss“

Großbanken bekommen strengere Regeln

Als systemisch relevant eingestufte Banken müssen sich auf strengere Regeln einstellen. Mit dem Schritt soll das Risiko verringert werden, dass der Zusammenbruch einer Bank gleich mehrere Finanzhäuser betrifft.

Dunkle Wolken über der abendlichen Frankfurter Skyline: Großbanken müssen sich auf striktere Regeln gefasst machen. dpa

Dunkle Wolken über der abendlichen Frankfurter Skyline: Großbanken müssen sich auf striktere Regeln gefasst machen.

Nach den am Dienstag veröffentlichten Regeln des Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht sollen die Finanzgeschäfte der systemrelevanten Banken untereinander ab 2019 auf höchstens 15 Prozent ihres Kapitals begrenzt werden. Zudem wurde eine bestehende Regel, die die Menge der Geschäfte einer Bank mit einer einzigen Gegenpartei begrenzt, auf nicht mehr als 25 Prozent ihres Kapitals präzisiert.

Solche Grenzen „können direkt zu der Verringerung von systemweiten Ansteckungsrisiken beitragen“, erklärte der Baseler Ausschuss. Die schärferen Regeln seien notwendig, um die Banken vor „traumatischen Verlusten“ zu schützen, die durch den „Zahlungsverzug einer einzelnen Gegenpartei oder einer Gruppe von verbundenen Gegenparteien“ verursacht würden.

Größte Banken der Welt (nach Bilanzsumme)

Platz 11

Deutsche Bank
Deutschland
1955 Milliarden Euro

Stand: Ende Juni 2015. Quelle: Bloomberg.

Platz 10

Barclays
Großbritannien
1960 Milliarden Euro

Platz 9

Bank of America
USA
1998 Milliarden Euro

Platz 8

BNP Paribas
Frankreich
2078 Milliarden Euro

Platz 7

Mitsubishi UFJ
Japan
2224 Milliarden Euro

Platz 6

JP Morgan Chase
USA
2402 Milliarden Euro

Platz 5

Bank of China
China
2408 Milliarden Euro

Platz 4

HSBC
Großbritannien
2489 Milliarden Euro

Platz 3

Agricultural Bank of China
China
2531Milliarden Euro

Platz 2

China Construction Bank
China
2627 Milliarden Euro

Platz 1

Industrial and Commercial Bank of China (ICBC)
China
3216 Milliarden Euro

Der Rat für Finanzstabilität hatte eine Liste mit 29 Banken erstellt, die höheren Kapitalanforderungen unterliegen, weil ihr Zusammenbruch ein Risiko für die Weltwirtschaft darstellen könnte. Zu diesen als „Too Big To Fail“ eingestuften Banken zählen unter anderem auch HSBC Holdings Plc, JP Morgan Chase and Co., Deutsche Bank AG und Credit Suisse Group AG.

Die Basel-Regel bezieht sich auf Kredite, einige Derivate- Geschäfte und Wertpapierfinanzierungsgeschäfte. Ausnahmen von der Maßnahme sind für Käufe von Staatsanleihen durch Banken und für Intraday-Interbankenkredite vorgesehen.

„Das ist eine weitere positive Entwicklung für die Finanzstabilität; allerdings bleibt Europas Bankensystem in ein Netz von Kapitalverflechtungen verstrickt“, sagte Alberto Gallo, Leiter Makro-Research Europa von Royal Bank of Scotland Group Plc in London. „Daten der Europäischen Zentralbank zufolge befinden sich mehr als 50 Prozent der Schuldtitel von europäischen Banken in den Händen anderer Banken, und die Überkreuzbeteiligungen bei Aktien sind auch stark.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×