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23.01.2014

14:00 Uhr

Bausparkasse

Schwäbisch Hall ist Opfer des eigenen Erfolgs

Das Neujahrsgeschäft der größten Bausparkasse Deutschlands befindet sich auf einem neuen Rekordniveau – Schwäbisch Hall profitiert von der steigenden Nachfrage junger Leute. Dennoch verdient der Branchenprimus weniger.

„Bausparfüchse“ , die Maskottchen von Schwäbisch Hall: Die Bausparkasse hatte die Kunden mit einer Tarifumstellung im März gelockt. dpa

„Bausparfüchse“ , die Maskottchen von Schwäbisch Hall: Die Bausparkasse hatte die Kunden mit einer Tarifumstellung im März gelockt.

StuttgartDeutschlands größte Bausparkasse Schwäbisch Hall ist im vergangenen Jahr Opfer ihres eigenen Erfolgs geworden. Das Neugeschäft mit Bausparverträgen stieg zwar um knapp zehn Prozent auf eine neue Rekordmarke von 36 Milliarden Euro, wie die Bausparkasse der Volks- und Raiffeisenbanken am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Das Ergebnis vor Steuern sank jedoch leicht um 2,6 Prozent auf 303 Millionen Euro. Grund dafür seien die mit dem stürmisch gewachsenen Neugeschäft gestiegenen Provisionskosten, erklärte Vorstandschef Matthias Metz. Auch die Verwaltungskosten seien gestiegen.

Die Bausparkasse mit dem Sparfuchs als Maskottchen hatte die Kunden mit einer Tarifumstellung im März gelockt. Die Guthabenzinsen wurden gesenkt, so dass sich viele Sparer noch den höheren Zins beim alten Tarif sichern wollten. Auch habe die Finanzkrise im Euro-Raum die Nachfrage nach Finanzierungen für Immobilien beflügelt. Zur Baufinanzierung vergab Schwäbisch Hall 12,7 Milliarden Euro an Krediten, ein Plus von gut fünf Prozent. Die Niedrigzinsen schreckten die Kunden zugleich von reinen Sparprodukten der Bausparkasse ab. Das Neugeschäft hier schrumpfte um 8,6 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro.

Deutschlands größte Bausparkasse Schwäbisch Hall hat 2013 von der zunehmenden Nachfrage junger Leute profitiert und einen neuen Rekord beim Bauspar-Neugeschäft verbucht. Das Bausparvolumen stieg im Jahresvergleich um 9,6 Prozent auf den neuen Bestwert von 36 Milliarden Euro, wie der Vorstandsvorsitzende Matthias Metz am Donnerstag in Stuttgart sagte. Der Branchenprimus hatte bereits 2012 einen speziellen Tarif für Kunden unter 24 Jahren eingeführt. Von den mittlerweile 500.000 jungen Kunden schlossen 360.000 im vergangenen Jahr einen Vertrag ab.

Die größten Sparkassen Deutschlands

Die Sparkasse Bremen AG

Mit einer Bilanzsumme von 10,7 Milliarden Euro (2011) ist die Sparkasse Bremen die zehntgrößte Sparkasse in Deutschland. In dem kleinen Bundesland arbeiten 1.558 Menschen bei der Sparkasse.

Ostsächsische Sparkasse Dresden

Die Sparkasse in der sächsischen Landeshauptstadt kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 11,8 Milliarden Euro. Bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden arbeiten 1.708 Angestellte in 142 Filialen.

Nassauische Sparkasse

2011 kam die Nassauische Sparkasse mit Sitz in Wiesbaden auf eine Bilanzsumme von 11,9 Milliarden Euro. Sie kommt auf 225 Filialen - so viele wie keine andere Sparkasse.

Stadtsparkasse Düsseldorf

Mit einer Bilanzsumme von 12,1 Milliarden Euro liegt die Stadtsparkasse Düsseldorf auf Rang 7.

Sparkasse Hannover

Die Sparkasse Hannover ist die sechstgrößte Sparkasse in Deutschland. Das Geldhaus in der niedersächsischen Landeshauptstadt hat 2011 eine Bilanzsumme von 12,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

Stadtsparkasse München

Die Stadtsparkasse München ist – wenig überraschend – das größte Mitglied des Sparkassenverbands Bayern. Deutschlandweit reicht es mit einer Bilanzsumme von 15,7 Milliarden Euro für Rang fünf.

Frankfurter Sparkasse

Die viertgrößte Deutsche Sparkasse liegt in Hessen. Die Frankfurter Sparkasse kommt auf eine Bilanzsumme von rund 17,9 Milliarden Euro - mit 1.718 Mitarbeitern. In München sind es zum Vergleich 3083 Angestellte.

Kreissparkasse Köln

Die Kreissparkasse Köln auf Rang drei knackt als erste die Marke von 20 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 hat sie eine Bilanzsumme von rund 25,2 Milliarden Euro ausgewiesen.

Sparkasse KölnBonn

Rang zwei geht nach Köln. Die Sparkasse KölnBonn ist mit 29,6 Milliarden Euro (2011) noch ein bisschen größer als die Kreissparkasse Köln.

Hamburger Sparkasse

Mit Abstand die größte Sparkasse in Deutschland ist die Hamburger Sparkasse. Die Haspa kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 39,5 Milliarden Euro. Sie hat auch die meisten Angestellten aller Sparkassen - 5724 Mitarbeiter.

Insgesamt überschritt das Neugeschäft mit 52,5 Milliarden Euro erstmals die Marke von 50 Milliarden Euro. „Damit sind wir sehr zufrieden“, sagte Metz, der im Mai in Ruhestand geht und seinen Posten an Reinhard Klein abgibt. Das vergangene Jahr sei für das Unternehmen das erfolgreichste seiner Geschichte gewesen. Der Marktanteil der größten deutschen Bausparkasse stieg um zwei Prozentpunkte auf 32 Prozent.

Weniger zufrieden äußerte sich Metz über die Pläne der neuen Bundesregierung. Es sei sehr bedauerlich, dass auf eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung verzichtet werde, kritisierte Metz. Nichts abgewinnen kann die Bausparkasse der Mietpreisbremse. Da der Wohnungsmangel der wesentliche Grund für den Mietenanstieg sei, müsse die Politik mehr Anreize für Neubauten schaffen. „Eine drohende Immobilienblase, wie sie einige wenige Experten prophezeien, sehen wir nach wie vor nicht“, sagte Metz. Zum laufenden Geschäftsjahr äußerte er sich vorsichtig. Es sei nicht davon auszugehen, dass die Vertriebsleistung von 2013 getoppt werde.

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