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08.12.2014

15:33 Uhr

Bausparverträge gekündigt

LBS handelt sich Ärger mit Kunden ein

In Zeiten anhaltend niedriger Zinsen sind hoch verzinste Verträge für Bausparkassen ein Klotz am Bein - Tausenden Kunden flatterte die Kündigung ins Haus. Bei der LBS Bayern regt sich deswegen Protest unter den Sparern.

Blick in eine Einfamilienhaussiedlung: Die LBS kündigte tausende Verträge. dpa

Blick in eine Einfamilienhaussiedlung: Die LBS kündigte tausende Verträge.

MünchenDie Kündigung gut verzinster Bausparverträge hat bei Kunden der LBS Bayern einen Sturm der Empörung ausgelöst. Es seien rund 1100 Beschwerden von Kunden gegen die Kündigungen eingegangen, sagte Vize-Chef Helmut Straubinger am Montag in München. Um sich von ihren früheren Zinsversprechen zu befreien, hatte die Bausparkasse vor wenigen Wochen 26.000 Bausparverträge aus alten Zeiten gekündigt.

Betroffen waren Verträge, die seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif sind, von den Kunden aber nicht in Anspruch genommen worden waren. Für ihr angespartes Guthaben hatten die Kunden zum Teil mehr als 3,5 Prozent Zinsen erhalten. Aktuell sind es 0,25 Prozent.

Bausparkassen leiden derzeit massiv unter der aktuellen Zinsflaute. Sie müssen etlichen Kunden mit alten Verträgen noch vergleichsweise hohe Zinsen zahlen, erwirtschaften selbst aber kaum noch Rendite mit dem Geld. Dadurch geht der Gewinn immer weiter zurück. Die LBS Bayern kündigte unter dem Druck sinkender Gewinne nun sogar erstmals in ihrer Geschichte einen Stellenabbau an. Bis zum Jahr 2016 sollen demnach 50 der derzeit 630 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Diese deutschen Banken überprüft die EZB

Großbanken

Commerzbank
Deka-Bank (Spitzeninstitut der Sparkassen)
Deutsche Bank
DZ-Bank (Spitzeninstitut der Volksbanken)
Hypo Real Estate Holding (Deutsche Pfandbriefbank)
SEB
WGZ Bank (2. Spitzeninstitut der Volksbanken)

Landesbanken

Bayerische Landesbank (BayernLB)
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Landesbank Berlin (LBB)
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Norddeutsche Landesbank (NordLB)
HSH Nordbank

Sparkassen/Genossenschaftsbanken

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Haspa Finanzholding (Hamburger Sparkasse)

Immobilienbanken

Aareal Bank
Münchener Hypothekenbank

Förderbanken

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Landwirtschaftliche Rentenbank
NRW.Bank

Sonstige Institute

Volkswagen Financial Services Aktiengesellschaft
Wüstenrot & Württembergische

Die LBS Bayern ist nicht die einzige Bausparkasse, die sich von gut verzinsten Altverträge trennt: Zuletzt kündigte etwa die Bausparkasse LBS West in Nordrhein-Westfalen 12.000 solcher Verträge. Betroffene Kunden hatten diese demzufolge seit zehn Jahren, beantragten allerdings kein Darlehen. Die Bausparkasse Wüstenrot hat bereits Tausenden Kunden mit alten Verträgen gekündigt, deren Angespartes die Bausparsumme überstiegen hatte.

Die Geschichte hat nämlich auch eine andere Seite: Zahlreiche Kunden sparen offensichtlich gar nicht mehr auf ein Eigenheim, sondern wollen ihr Geld dank der hohen Zinsen lediglich weiter vermehren. Die Finanzaufsicht Bafin will die Bausparkassen der „Wirtschaftswoche“ zufolge daher stärker vor belastenden Altverträgen schützen. Demnach wirbt die Bafin im Bundesfinanzministerium dafür, das Bausparkassengesetz so zu ändern, dass Altsparern leichter gekündigt werden kann. Bei der Finanzaufsicht wollte man die Informationen am Montag nicht kommentieren, betonte allerdings, Bausparkassen keineswegs zu Kündigungen zu drängen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble schrecke vor einer solchen „Generalermächtigung“ zurück, berichtet das Magazin. Das Ministerium befürchte, dass so das Vertrauen in den Bausparvertrag Schaden nehmen könne. Aktuelle Pläne zu einer Gesetzesänderung gebe es nicht, sagte eine Sprecherin der Behörde am Montag.

Von

dpa

Kommentare (2)

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G. Nampf

08.12.2014, 15:49 Uhr

" Aktuelle Pläne zu einer Gesetzesänderung gebe es nicht, sagte eine Sprecherin der Behörde am Montag."

Also ist es schon beschlossen.

G. Nampf

08.12.2014, 16:06 Uhr

"Die Finanzaufsicht Bafin will die Bausparkassen der „Wirtschaftswoche“ zufolge daher stärker vor belastenden Altverträgen schützen."

Es ist nicht Sinn der BAFIN, die Finazdienstleister vor den Kunden zu schützen, sondern umgekehrt.

Vor allem: Wer macht die Gesetze: Die BAFIN oder die Politik? Oder vielleicht doch die Finanzlobby?

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