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24.09.2011

12:05 Uhr

Bayerische Landesbank

Ex-Vorstand Gribkowsky muss im Oktober vor Gericht

Nun steht der Termin fest: Ende Oktober muss sich Gerhard Gribkowsky wegen Bestechlichkeit, Veruntreuung von Landesbank-Vermögen und Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten.

Gerhard Gribkowsky 2010 vor dem BayernLB-Untersuchungsausschuss. dpa

Gerhard Gribkowsky 2010 vor dem BayernLB-Untersuchungsausschuss.

MünchenDer Betrugsprozess gegen den ehemaligen Vorstand der Bayerischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky, beginnt laut Medienberichten voraussichtlich Ende Oktober. Das Landgericht München I habe die Klage der Staatsanwaltschaft in vollem Umfang zugelassen, berichteten übereinstimmend die „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag) und das Nachrichtenmagazin „Focus“.

Gribkowsky sitzt wegen angeblicher Millionenzahlungen von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone seit Anfang des Jahres in Untersuchungshaft. Der 53-Jährige muss sich wegen Bestechlichkeit, Veruntreuung von Landesbank-Vermögen und Steuerhinterziehung verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat mehr als 40 Zeugen benannt, darunter auch Ecclestone. Er und Gribkowsky bestreiten alle Vorwürfe.

Das Verfahren geht auf die bemerkenswerte Pleite zweier Firmen zurück: EM.TV und der Mediengruppe von Leo Kirch. EM.TV war im Jahr 2000 bei der Formel 1 eingestiegen. Aber schon wenig später wurde der einstige Star der New Economy zum Sorgenkind. Die Kirch-Gruppe des damaligen Medienzaren Leo Kirch kam zu Hilfe, erhielt im Gegenzug den Anteil an der Formel 1 und stockte ihn noch auf. Dafür musste Kirch Kredite aufnehmen, unter anderem bei der BayernLB.

Als die Kirch-Gruppe 2002 Insolvenz anmeldete wurde die Landesbank aus München unerwartet zum Anteilseigner der Formel 1 – und der damalige Risikovorstand Gerhard Gribkowsky zum Motorsport- Verantwortlichen. In der Folgezeit entwickelte sich ein Streit mit den Autokonzernen, denen die tonangebende – und profitable – Rolle Bernie Ecclestones und seiner Verbündeten ein Dorn im Auge war. Auch eine Übernahme der Formel 1 durch einen oder mehrere Hersteller oder eine Konkurrenzveranstaltung standen zur Debatte.

Vier Jahre später verkaufte Gribkowsky die BayernLB-Anteile an den Finanzinvestor CVC Capital Partners und die Wogen glätteten sich. Das Unternehmen zählt zu den weltweit größten der Private-Equity-Branche und hat europäische Wurzeln. Hauptsitze sind Luxemburg und London. In Deutschland hält CVC unter anderem eine Beteiligung am Mischkonzern Evonik (25,01 Prozent).

Der Finanzinvestor übernahm die Formel-1-Mehrheit durch den Erwerb der Anteile der BayernLB und von Ecclestone selbst beziehungsweise seiner Familie. Dies geschah indirekt über die neu gegründete CVC- Tochter Alpha Prema, an der Ecclestone wiederum auch selbst eteiligt ist. Der heute 80-Jährige blieb auch bei diesem Deal Chef der Formel 1. Gribkowsky rückte in den Aufsichtsrat von Alpha Prema.

Von

dpa

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