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21.06.2017

15:43 Uhr

BayernLB

Landesbank löst die Brüsseler Fesseln

VonChristian Schnell

Die Bayerische Landesbank zahlt eine Milliarde Euro an den Freistaat zurück und kann endlich wieder ohne Aufpasser aus Brüssel handeln. Wilde Dinge sind künftig trotzdem nicht zu erwarten.

BayernLB-Vorstandsvorsitzender Johannes-Jörg Riegler (l) und der bayerische Finanzminister Markus Söder können das Krisenkapitel der Landesbank abschließen. dpa

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BayernLB-Vorstandsvorsitzender Johannes-Jörg Riegler (l) und der bayerische Finanzminister Markus Söder können das Krisenkapitel der Landesbank abschließen.

MünchenAn großen Worten fehlte es an diesem Vormittag im Bayerischen Finanzministerium nicht. An einer kritischen Betrachtung der eigenen Vergangenheit ebenso nicht. Einen Schlussstrich hat die BayernLB am Mittwoch unter ihre vielen schmerzhafte Fehler gezogen, die in Zeiten der Finanzkrise fast zum Zusammenbruch des Instituts geführt haben.
Eine Milliarde Euro und damit die letzte Rate zahlt das Institut nun an das Land Bayern zurück. Das Beihilfeverfahren der Europäischen Union, durch das die Bank beispielsweise immer noch einen so genannten „Trustee“, also einen Aufpasser aus Brüssel, in München hatte, ist damit rund zweieinhalb Jahre früher als erwartet beendet. Entsprechend groß war die Erleichterung bei allen Beteiligten. Bayerns Finanzminister Markus Söder sprach gar von der bisher größten Aufgabe seiner politischen Tätigkeit, die nun erledigt sei.
Mit der gewaltigen Summe von zehn Milliarden Euro hatte der Freistaat in der Zeit der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 die Bank vor dem Exodus gerettet. Die EU hatte daraufhin die Rückzahlung von fünf Milliarden Euro bis zum Jahr 2019 angeordnet. Die Probleme der BayernLB waren teils ähnlich wie bei anderen Geldhäusern zu dieser Zeit. Zum einen lagerten im Portfolio rund 20 Milliarden Euro an toxischen ABS-Papieren, die zu dieser Zeit nahezu unverkäuflich waren. Zum anderen hatte die BayernLB das hausgemachte Problem, unmittelbar vor der Finanzkrise bei der österreichischen Hypo Alpe Adria in Kärnten eingestiegen zu sein. Ebenfalls ein Milliardengrab, wie sich dann herausstellte. „Das Österreich-Abenteuer war von allen Fehlern, die gemacht wurden, der größte“, gibt Söder heute unumwunden zu.

BayernLB: Landesbank will wieder Geld zurückzahlen

BayernLB

Landesbank will wieder Geld zurückzahlen

Die BayernLB befreit sich von weiteren Lasten ihrer Vergangenheit und will dem Freistaat Bayern vorzeitig womöglich eine weitere Milliarde Euro zurückzahlen. Die Landesbank musste vor rund zehn Jahren gerettet werden.

Seit dem Jahr 2012 hat die BayernLB damit inklusive Zinsen rund 5,5 Milliarden Euro an staatlicher Unterstützung zurückgezahlt. Noch ein Jahr vorher sah es so aus, als würde es für die Bank generell keine Zukunft mehr geben. Für die Düsseldorfer WestLB als bisher größte Landesbank in Deutschland wurde im Juni 2011 die Abwicklung beschlossen. Zu dieser Zeit glaubten bei der EU-Kommission viele nicht mehr daran, dass das Geschäftsmodell einer Landesbank grundsätzlich funktionieren könnte. „Da stand es Spitz auf Knopf“, erinnert sich Söder. Der gesamte Restrukturierungsaufwand betrug gar 90 Milliarden Euro. Davon lasten heute noch etwa fünf Milliarden Euro auf der Bank.

Was folgte, war ein radikaler Umbau. Die Bilanzsumme und Mitarbeiterzahlen wurden halbiert, prestigeträchtige, aber unrentable Auslandstöchter wurden geschlossen. Der Eigenhandel wurde eingestellt, es folgte „die totale Fokussierung auf das Kundengeschäft“, wie es Aufsichtsratschef Gerd Häusler heute ausdrückt. Das Motto lautete „kleiner, regionaler, sicherer“. Die ungarische MKB Bank wurde verkauft, die Hypo Alpe Adria verstaatlicht und anschließend zerschlagen. Alles schmerzhaft und doch unvermeidlich.

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