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19.01.2016

15:52 Uhr

BayernLB profitiert von Krisen

Gold- und Silberverkäufe auf Rekord-Niveau

Eurokrise, historisch niedrige Zinsen und Verwerfungen auf den Devisenmärkten treiben Anleger in Edelmetalle. Die BayernLB hat 2015 so viel Gold und Silber verkauft wie nie zuvor – auch ohne Direktverkauf an Endkunden.

Die BayernLB verkauft Edelmetalle vor allem an Unternehmenskunden – also Sparkassen, Konzerne und andere Banken. dpa

Kein Direktverkauf

Die BayernLB verkauft Edelmetalle vor allem an Unternehmenskunden – also Sparkassen, Konzerne und andere Banken.

MünchenDie BayernLB hat im vergangenen Jahr so viel Gold und Silber an andere Banken verkauft wie noch nie. „Wir haben 2015 mehr Münzen und Barren an unserer Kunden geliefert als je zuvor“, erklärte der Leiter der Abteilung Sorten und Edelmetalle der BayernLB in Nürnberg, Michael Eubel.

Die Bank verkaufte rund 768 Tonnen an Edelmetallen, und zwar an Sparkassen, privatwirtschaftliche Unternehmen und andere Banken, wie sie mitteilte. Einen direkten Verkauf an Endkunden gebe es nicht.

Die Kunden fragten laut BayernLB vor allem Silber nach – der Umsatz sei mit knapp 720 Tonnen weit mehr als doppelt so hoch gewesen wie im Vorjahr. Bei Goldmünzen und -barren stieg der Absatz demnach um gut sechs auf knapp 48 Tonnen. Besonders begehrt waren die kanadische Silbermünze Maple Leaf sowie Barren und Krügerrand-Münzen aus Gold.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

2003

Schmuck: 2.484
Barren und Münzen: 304
ETFs: -
Industrie: 386
Zentralbanken: -620
Gesamt: 2.594 Tonnen

2004

Schmuck: 2.616

Barren und Münzen: 355

ETFs: 133

Industrie: 419

Zentralbanken: -479

Gesamt: 3.044

2005

Schmuck: 2.719

Barren und Münzen: 396

ETFs: 208

Industrie: 438

Zentralbanken: -663

Gesamt: 3.098

2006

Schmuck: 2.300

Barren und Münzen: 414

ETFs: 260

Industrie: 468

Zentralbanken: -365

Gesamt: 3.077

2007

Schmuck: 2.423

Barren und Münzen: 435

ETFs: 253

Industrie: 476

Zentralbanken: -484

Gesamt: 3.104

2008

Schmuck: 2.304

Barren und Münzen: 869

ETFs: 321

Industrie: 461

Zentralbanken: -235

Gesamt: 3.720

2009

Schmuck: 1.814

Barren und Münzen: 780

ETFs: 623

Industrie: 410

Zentralbanken: -34

Gesamt: 3.593

2010

Schmuck: 2.017

Barren und Münzen: 1.205

ETFs: 382

Industrie: 466

Zentralbanken: 77

Gesamt: 4.147

2011

Schmuck: 1.972

Barren und Münzen: 1.515

ETFs: 185

Industrie: 453

Zentralbanken: 457

Gesamt: 4.582

2012

Schmuck: 1.908

Barren und Münzen: 1.256

ETFs: 279

Industrie: 428

Zentralbanken: 535

Gesamt: 4.405

2013

Schmuck: 2.671

Barren und Münzen: 1.702

ETFs: - 916

Industrie: 354

Zentralbanken: 625

Gesamt: 4.436

2014

Schmuck: 2.457

Barren und Münzen: 1.004

ETFs: - 183

Industrie: 347

Zentralbanken: 588

Gesamt: 4.212

Q1 2015

Schmuck: 601

Barren und Münzen: 253

ETFs: 26

Industrie: 80,4

Zentralbanken: 119

Gesamt: 1.079
Auf das Jahr hochgerechnet: 4.316

Für die hohen Verkaufszahlen gab es einem Sprecher der BayernLB zufolge verschiedene Gründe. Einer sei die Entscheidung der Schweizer Nationalbank gewesen, den Mindestwechselkurs des Franken zum Euro aufzuheben. Dies habe zu Verwerfungen an den Devisenmärkten geführt. Weitere Gründe für das starke Interesse an Gold und Silber seien das lange Ringen um die Griechenland-Rettung und die anhaltende Niedrigzinsphase gewesen.

Die BayernLB habe aber auch davon profitiert, dass sie die Handelszeiten an der Großhandelsplattform verlängert habe, und dass sie sehr viele Produkte im Angebote habe.

Von

afp

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