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15.05.2012

19:58 Uhr

Bayerns Ex-Finanzminister

Fahrenschon soll die Sparkassen reformieren

VonThomas Bauer, Frank Matthias Drost

Bayerns Ex-Finanzminister Georg Fahrenschon ist seit heute Sparkassen-Präsident. Vor ihm steht eine Vielzahl drängender Reformen - bisher fehlt es dem CSU-Mann aber noch an Rückhalt im eigenen Kreditinstitut.

Georg Fahrenschon (CSU) bei einer Rede vor dem Bayrischen Landtag 2010. dpa

Georg Fahrenschon (CSU) bei einer Rede vor dem Bayrischen Landtag 2010.

Frankfurt, BerlinDas joviale Händeschütteln ist noch nicht sein Ding. Während der scheidende Sparkassenpräsident Heinrich Haasis bei einem Abendempfang der Deutschen Leasing in der Alten Oper Frankfurt kürzlich in der Menge der Sparkassen-Funktionäre zu baden schien, stand sein designierter Nachfolger Georg Fahrenschon fremdelnd neben ihm: aufrecht und steif wie vor dem Erstsprung vom Zehnmeterbrett.

Fahrenschon, der heute sein Amt als Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) antritt, ist kein Gewächs der Sparkassen. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Ex-Finanzminister unter Ministerpräsident Horst Seehofer ist durch die Politik geprägt, insbesondere die CSU. Er tritt anders als seine Vorgänger ohne Hausmacht im Sparkassenlager an. Und er ist mit 44 Jahren wesentlich jünger als diese, die alle erst mit Ende 50 ins Amt kamen.

Einige sehen in der Vita Fahrenschons aber auch eine Chance: Er sei unabhängiger als seine Vorgänger. Denn ohne alte Weggefährten sei er auch niemandem verpflichtet, heißt es aus einem Sparkassenverband. "Mit seiner unaufgeregten, uneitlen Art kann er es schaffen, die höchst machtbewussten Sparkassenverbände zur Einheit zu führen", sagt jedenfalls sein früherer Bundestags-Mentor, der CSU Finanzpolitiker Hans Michelbach.

Fahrenschon hat bereits Anfang des Jahres ein Büro in der Berliner Zentrale bezogen, um sich auf sein Amt vorzubereiten. Und damit dem angehenden Präsidenten nichts entgeht, was der scheidende noch macht, hat Haasis die Wände zwischen den Büros einreißen lassen. Fahrenschon sei bereits in alle wesentlichen Entscheidungen eingebunden, ist aus dem DSGV zu hören. Das gelte auch für den jüngst erfolgten Rausschmiss des Chefs der sparkasseneigenen Dekabank durch Haasis.

Fahrenschons zentrale Aufgabe wird sein, sparkassenschädliche Regulierung in Berlin und Brüssel abzuwehren und die Organisation effizienter zu machen. Die Möglichkeit zu Letzterem ergibt sich bei der Landesbank Berlin (LBB), die den Sparkassen nach dem laufenden Squeeze, dem Herausdrängen der Aktionäre, allein gehören wird.

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