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03.11.2015

16:54 Uhr

Befreiungsschlag für Landesbank

BayernLB will Staatshilfe früher als geplant zurückzahlen

Die BayernLB will drei Jahre früher als geplant Staatshilfen in Milliardenhöhe an das Land Bayern zurückzahlen. Die Zahlungen sollen bereits im Jahr 2016 fließen. Insider sprechen von einem Befreiungsschlag für die Bank.

Die Bank hatte sich in der Finanzkrise mit riskanten US-Wertpapieren und der Übernahme der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria verzockt und wurde 2008 mit zehn Milliarden Euro vom Freistaat gerettet. dpa

BayernLB-Zentrale in München

Die Bank hatte sich in der Finanzkrise mit riskanten US-Wertpapieren und der Übernahme der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria verzockt und wurde 2008 mit zehn Milliarden Euro vom Freistaat gerettet.

Frankfurt/MünchenDie BayernLB will milliardenschwere Hilfen des Freistaats drei Jahre früher als geplant zurückgeben und damit die Voraussetzung für den Ausbau ihres Geschäfts im Ausland schaffen. Ziel ist es, die ausstehenden 2,3 Milliarden Euro bereits 2016 an das Land Bayern zurückzuzahlen, wie sechs mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Ein eigentlich noch bis 2019 laufendes EU-Verfahren könne damit frühzeitig beendet werden. In der Folge würden Auflagen aus Brüssel wegfallen, die dem Instituts bei Geschäften außerhalb Deutschlands enge Grenzen setzen.

Für die nach der LBBW zweitgrößte deutsche Landesbank wäre ein vorzeitiger Abschluss des EU-Verfahren ein Befreiungsschlag, betonten mehrere Insider. "Die Bank könnte dann Niederlassungen in Asien eröffnen und ihre Firmenkunden in der Region besser unterstützen", sagte einer von ihnen. Auch im Immobiliengeschäft könne das Institut außerhalb der Bundesrepublik wieder etwas aktiver werden. In einigen Ländern gäbe es interessante Geschäftsmöglichkeiten.

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Die BayernLB und das Land Bayern, das Mehrheitseigner des Instituts ist, wollten sich nicht äußern. Die BayernLB hatte sich in der Finanzkrise mit riskanten US-Wertpapieren und der Übernahme der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria verzockt und wurde 2008 mit zehn Milliarden Euro vom Freistaat gerettet. Als Ausgleich für die Staatshilfen verdonnerte die EU-Kommission das Institut 2012 zu schrumpfen, Beteiligungen zu verkaufen und bis 2019 fünf Milliarden Euro an das Land zurückzuzahlen. Den Großteil der Vorgaben hat die Bank inzwischen erfüllt und bereits rund 2,7 Milliarden Euro an Bayern überwiesen.

Die noch ausstehenden 2,3 Milliarden Euro will das Geldhaus begleichen, indem es Stille Einlagen in gleicher Höhe an den Freistaat zurückgibt. Diese zählen gemäß der strengeren Basel-III-Aufsichtsregeln ab 2018 ohnehin nicht mehr zum harten Kernkapital. Bereits heute ist ihr Nutzen für das Institut begrenzt. Die meisten Investoren schauen bei der Beurteilung von Banken nämlich nur noch auf die harte Kapitalquote bei voller Umsetzung der Basel-III-Regeln.

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