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30.03.2006

17:18 Uhr

Beide Aktien geben deutlich nach

Nasdaq zieht Offerte für LSE zurück

Mit der US-Börse Nasdaq Stock Market ist bereits der vierte Interessent an der traditionsreichen London Stock Exchange (LSE) innerhalb eines Jahres wieder abgesprungen.

Die Nasdaq hat das Interesse an der LSE verloren. Foto: dpa

Die Nasdaq hat das Interesse an der LSE verloren. Foto: dpa

HB LONDON. Die LSE hatte alle Offerten abgelehnt. Die Nasdaq zog ihr 2,4 Milliarden Pfund (rund 3,5 Milliarden Euro) schweres Angebot am Donnerstag zurück, ließ sich aber eine Hintertür für den Fall offen, dass die LSE für eine Übereinkunft bereit sei oder ein anderer Bieter auf den Plan trete. LSE-Aktien gaben in London zeitweise um mehr als neun Prozent nach. Die Nasdaq-Papiere fielen gegen den Trend an der Wall Street im frühen Handel um fast drei Prozent.

Aus Börsenkreisen verlautete, die Nasdaq sei vom jüngsten Aufwärtstrend der LSE-Aktien abgeschreckt worden. Die Nasdaq hatte Anfang März 950 Pence pro Anteilsschein geboten, der Schlussstand vom Mittwoch lag bei 1120 Pence.

Analysten hatten damit gerechnet, dass die Nasdaq ihr Angebot erhöhen muss, wenn sie zum Zuge kommen will. Bei einer solchen Fusion entstünde die erste transatlantische Börse, die weltweit zweitgrößter Marktbetreiber wäre. Am Markt war auch spekuliert worden, auch die New York Stock Exchange (NYSE) könnte in einen Bieterwettstreit eintreten.

Die rund 300 Jahre alte LSE gilt seit mindestens 15 Monaten als Übernahmeziel, weil sie über viel Marktliquidität verfügt.

Auch die Deutsche Börse, die Euronext und die australische Bank Macquarie hatten Interesse signalisiert, sich aus unterschiedlichen Gründen aber wieder zurückgezogen.

Die LSE und ihre Chefin Clara Furse halten bislang konsequent an der Selbstständigkeit des Handelsplatzes fest. Erst kürzlich unterstrich sie dies mit der Ankündigung, 510 Millionen Pfund an die Aktionäre auszuschütten. Dennoch erwarten Marktexperten, dass die LSE um Partner künftig nicht herumkommen wird. „Langfristig dürfte irgendeine Form der Konsolidierung wahrscheinlich sein“, sagte Andrew Mitchell von Fox-Pitt und verwies auf die Kostenvorteile.

Zu den Optionen für die LSE gehören den Experten zufolge eine Übernahme der skandinavischen Börse OMX oder eine Fusion mit der paneuropäischen Börse Euronext. „Ein Geschäft mit der OMX, die in Derivativen und Technologiewerten engagiert ist, würde dem Umsatz (der LSE) auf eine breitere Basis stellen“, sagte Michael Long, Analyst von Keefe, Bruyette & Woods. An einer Fusion mit der Vierländerbörse Euronext ist derzeit die Deutsche Börse interessiert.

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