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25.02.2015

20:09 Uhr

Beihilfe zur Steuerhinterziehung

Commerzbank noch tiefer in Affäre verstrickt

Neue Details in der aktuellen Steueraffäre um die Commerzbank: Das Geldhaus soll Altkunden mit Briefkastenfirmen in Panama länger betreut haben als bislang zugegeben. Der Schaden für den Fiskus ist enorm.

Razzia bei der Commerzbank

Im Visier der Steuerfahnder

Razzia bei der Commerzbank: Im Visier der Steuerfahnder

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Düsseldorf/Frankfurt/KölnDie Commerzbank scheint tiefer in die neue Steueraffäre verstrickt zu sein als bisher angenommen: Das zweitgrößte deutsche Geldhaus hatte am Dienstag nach der Razzia von Staatsanwälten und Steuerfahndern in der Frankfurter Zentrale noch erklärt, es gehe dabei um „Altfälle, die zehn Jahre und länger“ zurücklägen.

Doch laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ hat die Commerzbank Altkunden mit Briefkastenfirmen in Panama von der Luxemburger Tochter Commerzbank International länger betreut als bislang zugegeben. Dies habe das Geldinstitut am Mittwoch eingeräumt. Man habe erst in diesem Jahr damit begonnen, jenen Kunden zu kündigen, die bislang keinen reinen Tisch mit den Finanzbehörden gemacht hätten, so ein Sprecher gegenüber der „SZ“.

Der Schaden für den Fiskus könnte bis zu einer Milliarde Euro betragen. Auch mehrere Mitarbeiter der Commerzbank werden der Beihilfe zur Steuerhinterziehung verdächtigt. Das sorgte bei Anlegern für Verunsicherung. Die Commerzbank-Aktie war am Mittwoch einer der größten Verlierer im Dax.

Auch in der Politik wurden die Nachrichten mit Unverständnis aufgenommen. „Mich wundert bei den Altlasten der Commerzbank schon fast nichts mehr“, sagte der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick der Nachrichtenagentur Reuters.

Luxemburger Offshore-Konten: Steuer-Razzia bei der Commerzbank

Luxemburger Offshore-Konten

Steuer-Razzia bei der Commerzbank

Steuerermittler haben am Dienstag Medienberichten zufolge die Zentrale der Commerzbank durchsucht. Es geht um den Verdacht der Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Im Fokus: die Luxemburger Tochter und Offshore-Konten.

„Und von einer Bank mit staatlicher Beteiligung würde ich erwarten, dass sie nicht erst dann mit dem Aufräumen ihrer Altlasten beginnt, wenn der Staatsanwalt an die Türe klopft, sondern von sich aus die verschiedenen problematischen Geschäfte, die vor Einstieg des Staates stattgefunden haben, aufarbeitet.“ Noch ist allerdings nicht klar, ob und in welchem Umfang die Offshore-Geschäfte in diesem Fall den rechtlichen Rahmen verletzen.

Aufgedeckt hatte die Affäre die „Süddeutsche Zeitung“. Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte, dass wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung diverse Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht wurden. Über 130 Steuerfahnder und 20 Polizeibeamte seien im Einsatz gewesen. Die Ermittlungen richten sich der Behörde zufolge gegen Steuerpflichtige, die „zum Zwecke der systematischen Hinterziehung von Ertragssteuern sogenannte Offshore-Gesellschaften erworben haben, um ihre bei Luxemburger Banken erzielten Kapital-Erträge zu verschleiern“.

Es sollen demnach auch Selbstanzeigen vorliegen, die eine klare Spur nach Luxemburg legten. Insgesamt 80 Gigabyte Datenmaterial an Interna des Unternehmens Mossack Fonseca Group liegen den Ermittlern vor. Mossack stellt tausenden Kunden weltweit Briefkastenfirmen im finanziell kaum regulierten Panama zur Verfügung.

Kommentare (2)

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Herr Werner Müller

25.02.2015, 20:19 Uhr

Rolli hat sich ja an dem Laden beteiligt...jetzt ist die Coba wieder auf einem guten Weg....

Herr Georg Wengert

26.02.2015, 11:52 Uhr

Was sind schon 1 Milliarde Euro Schaden für den Fiskus? Das sind doch "Peanuts" gegen den Schaden, den unsere Regierung in Berlin allein schon in Griechenland angerichtet hat: dort sind es weit über 100 Milliarden Euro, die auf nimmer Wiedersehen abgeschrieben werden müssen. Das sind auch Steuergelder, die wider besseren Wissen, also vorsätzlich von unserer großzügigen wenn nicht gar verschwenderischen Politik vernichtet worden sind. Was ist der Unterschied zwischen Steuerhinterziehung der Bürger und der grob fahrlässigen bzw. vorsätzlichen Vernichtung unserer Steuern durch die Regierung? Mit dem „Commerzbank-Steuerskandal“ kann man aber ein von oben gesteuertes Medien-Feuerwerk auf die verhassten und hochkriminalisierten Steuerhinterzieher in unserem Land zünden, als willkommene Ablenkung von der katastrophalen Fehlleistungen unserer Regierung in Berlin. Auch mit „Peanuts“ kann man bösartige Stimmung machen gegen diejenigen Leute in unserem Land, die dafür sorgen, dass wir noch nicht „Griechenland“ sind!

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