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20.03.2006

10:23 Uhr

Bericht im "Wall Street Journal Europe"

St. Paul dementiert Fusionspläne mit Zurich

Der amerikanische Versicherungskonzern St. Paul Travelers Companies Inc. hat Medienberichte dementiert, nach denen das Unternehmen eine Fusion mit der Zurich Financial Services Group diskutiert. Die jüngsten Medienberichte seien nicht wahr, betonte die Gesellschaft am Sonntag.

HB ZÜRICH. Noch am Freitag hatte der Bericht des „Wall Street Journal Europe“ die Zurich-Aktien zeitweise um knapp zwölf Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren steigen lassen. St. Paul habe vorläufige Gespräche mit Zurich aufgenommen, die aber auch in einer Sackgasse enden könnten, meldete die Zeitung mit Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise.

Analysten waren aber schon am Freitag skeptisch. „Wie auch immer, wir glauben, dass Zurichs Top-Management eine Fusion mit St. Paul Travelers nicht unterstützt“, so etwa Kepler Equities-Analyst Rene Locher. Zurich habe eben erst den Vertrag mit CEO James Schiro, der den Konzern sehr erfolgreich restrukturiert habe, bis 2009 verlängert. Es wäre schwer zu verstehen, warum er einem Zusammenschluss mit der US-Gesellschaft, die im vierten Quartal 2005 ihre Reserven vor allem für Asbest-Fälle aufgestockt habe, zustimmen sollte. Für St. Paul gebe es gute Gründe, warum der Konzern an einem Kauf von Zurich interessiert sein sollte.

„Ich kann nicht sehen, dass Zurich einer Fusion mit St. Paul zustimmt weil sie ihre Aktien noch immer als unterbewertet betrachten und glauben, dass noch immer eine Menge Arbeit zu tun ist“, sagte Chris Hitchings, at Keefe, Bruyette & Woods. Er bekundete Zweifel, dass ein Zusammenschluss zu grossen Einsparungen führen könne. LODH-Analyst David Cavallanti sprach von weit hergeholten Spekulationen.

Laut dem „WJSE“ würde durch ein Zusammengehen von St. Paul und Zurich ein Konzerne in der Größe etwa der American International Group mit großen Übersee-Operationen entstehen. Zurich hat aktuell eine Marktkapitalisierung von rund 36 Mrd. Dollar, während St. Paul auf knapp 30 Mrd. Dollar kommt.

Zurich erzielte 2005 bei einem Bruttoprämienvolumen von 46,8 Mrd. Dollar einen Reingewinn von 3,2 Mrd. Dollar. St. Paul, einer der größten Sach- und Haftpflichtversicherer der USA, kam bei Prämien von 23,7 Mrd. Dollar auf 1,6 Mrd. Dollar Gewinn. Während Zurich weltweit tätig ist, operiert St. Paul vor allem in den Vereinigten Staaten. Laut „WSJE“ würden die Überlappungen der beiden Konzerne in den USA einiges an Synergiepotenzial eröffnen.

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