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02.02.2007

10:29 Uhr

Berliner Bankenverkauf

Sparkassen bieten für Landesbank Berlin

VonFrank Matthias Drost

Das Angebot der Sparkassen für die zum Verkauf stehende Landesbank Berlin Holding AG (LBB) steht. Aber auch einige Landesbanken überlegen, ob sie einsteigen. Die Situation bleibt verworren.

Unschärfe im Sparkassenlager: Auch BayernLB und WestLB prüfen Kaufgebote. Foto: dpa

Unschärfe im Sparkassenlager: Auch BayernLB und WestLB prüfen Kaufgebote. Foto: dpa

BERLIN. „Die Sparkassen haben heute eine Interessenbekundung für den Erwerb des 81-prozentigen Anteils des Landes Berlin an der LBB abgegeben“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Heinrich Haasis. „Wir sind der Auffassung, dass die Gesamtheit der deutschen Sparkassen am besten geeignet ist, eine echte Sparkasse für Berlin zu erhalten“, so Haasis. Kernstück der LBB ist die Berliner Sparkasse, die 1,9 Mill. Kunden betreut.

Die Konkurrenten der Sparkassen in diesem Bieterprozess kommen aus dem eigenen Lager. Denn auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die BayernLB werden ihr Interesse bis zum 5. Februar offiziell bekunden. Die WestLB will noch ihre Gremien kurzfristig entscheiden lassen, doch alles läuft auf ein Engagement zu. „Wir prüfen noch“, heißt es hingegen bei der HSH Nordbank.

Zwar wird der DSGV nicht müde zu betonen, dass das Interesse der Landesbanken ein klares Indiz dafür sei, dass es keinerlei Absprachen gegeben habe. Dennoch ist die Situation verworren. Denn den Sparkassen wird ein Spagat abverlangt. Einerseits haben sie sich für das DSGV-Konzept einer reinen Sparkassenlösung ausgesprochen, andererseits haben sie als maßgebliche Anteilseigner der interessierten Landesbanken einen zweiten Hut auf. Eines zumindest ist sicher: Zweimal werden die Sparkassen nicht zur Kasse gebeten.

Für den Bieterprozess hat der DSGV eine Erwerbsgesellschaft in Form einer GmbH &Co KG gegründet. Sie wird sie mit einem Kapital von vier Mrd. Euro ausgestattet. Bei Bedarf kann dieser Topf noch aufgestockt werden. Die Börse bewertet die LBB derzeit mit 7,6 Mrd. Euro. Einen Anteil von zehn Prozent hat sich der DSGV bereits durch den Erwerb des NordLB-Anteils gesichert.

Das Land Berlin muss sich nach Auflagen der EU-Kommission von seinen Anteilen trennen. Im Gegenzug wurden milliardenschwere Beihilfen durchgewunken.

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