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08.01.2011

12:59 Uhr

Bernie Ecclestone

Formel-1-Chef bestreitet BayernLB-Bestechung

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone weist Vorwürfe zurück, er sei die Quelle von mutmaßlichen Millionen-Zahlungen an den inhaftierten Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky. Einem Medienbericht zufolge soll Gribkowsky Teile des Geldes nach Österreich geschafft und andere Teile investiert haben.

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone bestreitet die Bestechung eines BayernLB-Funktionärs. Quelle: SID

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone bestreitet die Bestechung eines BayernLB-Funktionärs.

HB FRANKFURT. "Was die deutschen Zeitungen da spekulieren oder der Staatsanwalt vermutet, stimmt nicht. Das ist absoluter Blödsinn", sagte der Leiter der Rennsportserie der "Bild-Zeitung". Gribkowsky war am Mittwoch wegen des Verdachts der Bestechlichkeit verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft München wirft ihm vor, 2006 beim Verkauf der Formel-1-Vermarktungsrechte von der BayernLB an den britischen Finanzinvestor CVC Zahlungen von 50 Millionen Dollar kassiert zu haben.

Die Summe ist den Ermittlern zufolge "von einem Dritten" an zwei Firmen in Österreich geflossen. Laut "Süddeutscher Zeitung" soll Gribkowskys Vermögen in Österreich von rund 25 Millionen Euro nun eingefroren werden. Ein entsprechendes Rechtshilfeersuchen sei auf dem Weg an die österreichischen Behörden. Die Staatsanwaltschaft München wollte das nicht kommentieren. "Wir äußern uns nicht dazu, was wir versuchen zu tun, sondern nur, wenn es Beschlüsse gibt", sagte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger zu Reuters.

Die Staatsanwaltschaft wirft Gribkowsky neben Bestechlichkeit und Untreue auch Steuerhinterziehung vor, weil er seine Eijnahmen dem deutschen Fiskus verschwiegen haben soll.

Zu Beginn von Ermittlungsverfahren passiert es häufig, dass Strafverfolger die Vermögenswerte von verdächtigen Managern beschlagnahmen und diese damit für den Fall sicherstellen, dass der Beschuldigte später verurteilt wird.

Medienbericht: Gribkowksy legte Gelder in Prenzlauer Berg an

Das Magazin "Spiegel" berichtete vorab, Gribkowsky habe Teile des nach Österreich geschafften Geldes inzwischen wieder in Deutschland angelegt. Am Prenzlauer Berg in Berlin besitze ein Unternehmen seiner "Privatstiftung Sonnenschein" einen Häuserblock mit mehr als 170 Wohnungen. Oberstaatsanwältin Stockinger wollte sich auch dazu nicht äußern.

Gribkowsky war von 2003 bis Frühjahr 2008 im Vorstand der BayernLB und organisierte 2005 auch den Verkauf der Formel-1-Rechte, die dem Institut im Zuge der Pleite des Medienkonzern von Leo Kirch zugefallen waren. Nach längeren Verhandlungen veräußerte die Landesbank die Anteile am Formel-1 SLEC Holding-Veranstalter an CVC. Der Finanzinvestor sicherte den Einfluss von Motorsport-Mogul Ecclestone, nachdem die Autofirmen zuvor mit einem Rennzirkus ohne seine Beteiligung geliebäugelt hatten.

Der Formel-1-Chef erklärte, Gribkowsky habe mit ihm im Management der Formel-1-Firma Delta Topco gesessen. "Ich wüsste nicht, warum ich ihm hätte Geld geben sollen. Ich brauchte ihn nicht zu überzeugen. Als es damals Streit mit den Automobil-Herstellern gab, hat die BayernLB sogar noch versucht, uns an einen Verhandlungstisch mit BMW zu bekommen.

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