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17.03.2017

13:39 Uhr

Berüchtigter Ex-Barclays-Chef

Bob Diamond kehrt zurück in die City of London

Der umstrittene frühere Chef der britischen Großbank Barclays, Bob Diamond, kehrt in die City of London zurück. Er übernimmt das Handelshaus Panmure und will daraus eine kleine spezialisierte Investmentbank formen.

Der frühere Chef der Großbank Barclays ist zurück in der Londoner City. Reuters, Sascha Rheker

Bob Diamond (Archivbild)

Der frühere Chef der Großbank Barclays ist zurück in der Londoner City.

LondonEr ist wieder da: Bob Diamond, Ex-Chef der Großbank Barclays. Seine Firma Atlas Merchant Capital und die Investmentbank QInvest aus dem Golfemirat Qatar haben sich darauf geeinigt, das 141 Jahre alte Handelshaus Panmure Gordon & Co, zu übernehmen. Der Kaufpreis beläuft sich auf 19 Millionen Dollar in Bar. QInvest ist bereits der größte Anteilseigner von Panmure.

Diamond trat 2012 als Barclays-Chef zurück, nachdem die Manipulation des Referenzzinses Libor bekanntgeworden war, die Barclays-Händler maßgeblich mitverursachten. Der US-Amerikaner ist 65 Jahre alt und hat wiederholt signalisiert, dass er ein gesteigertes Interesse daran hat, Banken in Europa zu übernehmen. Laut Diamond gibt es „großartige“ Chancen auf dem Kontinent, wo die Dominanz der größten Finanzinstitute im Niedergang begriffen sei.

Sein Beteiligungsfonds Atlas übernimmt mit Panmure eines der traditionsreichsten Londoner Handelshäuser. Bei Panmure hat unter anderem der Vater des früheren Premierministers David Cameron einst gearbeitet. Dennoch ist Panmure klein und betreut vergleichsweise kleine Handelsgeschäfte und Investments im zweistelligen Millionenbereich auf dem hochkompetitiven Londoner Markt. Die Firma plant aber auch, übernahmeerfahrene Top-Banker anzustellen und das Produktangebot auszuweiten.

„Das letzte, was Bob Diamond will, ist Barclays 2.0 zu erschaffen“, sagte Panmure-Chef Patric Johnson. Er habe sich noch nicht mit ihm getroffen – Diamond gehe es aber um ein Investment für seinen Fonds, nicht darum, einen Schreibtisch bei Panmure zu beziehen, glaubt Johnson.

Das Übernahmeangebot liegt 68 Prozent über dem Schlusskurs der Panmure-Papiere am Donnerstag und wurde von den Panmure-Verantwortlichen einstimmig begrüßt. Atlas wird die Mehrheit an Panmure übernehmen, während QInvest seinen 43-Prozent-Anteil behält. Die Aktie sprang um 70,6 Prozent nach oben – der größte Über-Nacht-Gewinn an der Börse seit über 15 Jahren.

Diamonds Atlas-Fonds teilte mit, aus Panmure eine „größere erfolgreiche Investmentbank-Boutique zu formen“. Dies könne nicht auf dem freien Markt geschehen, sondern besser als Privatunternehmen, das nicht vom Aktienkurs abhängig ist.

In der Vergangenheit hat Bob Diamond bereits in New York, Athen und Afrika Wertpapierhändler und Banken aufgekauft. Der Ex-Chef der drittgrößten Bank Großbritanniens sieht laut eigener Aussage „unglaubliche unternehmerische Möglichkeiten“ beim Investment in kleine Finanzinstitute, die in direkter Konkurrenz zu den systemrelevante Großbanken stehen. Diese müssten verschärft unter den Augen der Aufsichtsbehörden agieren.

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17.03.2017, 13:59 Uhr


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