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11.01.2005

08:27 Uhr

Besetzungsdichte in Europa viel höher als andernort

Notenbanken bauen nur langsam Personal ab

Der überfällige Personalabbau der Zentralbanken des Euro-Systems kommt allmählich in Fahrt. Allerdings nimmt sich der Personalabbau im Vergleich zu anderen Notenbanken, bei denen nicht durch eine Währungsunion Aufgaben wegfielen, nicht besonders spektakulär aus.

noh FRANKFURT/M. Das neue Central Banking Directory von Central Banking Publications, einem auf das Zentralbankwesen spezialisierten Verlag, weist für 2004 im Euro-Raum noch 52 321 Zentralbanker aus. Das ist ein Rückgang gegenüber dem Beginn der Währungsunion 1999 von 7 Prozent

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Zum Euro-System gehören die Zentralbanken der Zwölf Mitgliedsländer und die Europäische Zentralbank (EZB). Rückläufig ist die Personalstärke des Euro-Systems allerdings erst, seit sie 2001 bei über 56 000 ihren Gipfel erreichte.

Auch nach dem Abbau beschäftigt das Euro-System mit 17,1 Zentralbankern je 100 000 Einwohner über drei Mal so viele Zentralbanker wie der internationale Durchschnitt. Das US-Notenbanksystem, das ebenfalls aus Zentrale und regionalen Notenbanken besteht, beschäftigt bei ähnlicher Bevölkerung und größerer Wirtschaftskraft nur 22 160 Zentralbanker. Gegenüber 1999 ist die Beschäftigtenzahl auch in den USA mit einem Minus von 3,5 Prozent merklich zurückgegangen. Die Angaben in dem Central Banking Directory beruhen auf einer jährlichen Erhebung des Verlags bei den Zentralbanken.

In der Bundesbank war der Personalabbau mit über 2 200 Stellen oder knapp 15 Prozent deutlich stärker als im Euro-Raum insgesamt. Ende Oktober 2004 hatte die Bundesbank nach eigenen Angaben noch 13 517 Mitarbeiter. Dagegen hat die Bank von Frankreich, die mit gut 15 000 Beschäftigten Spitzenreiter im Euro-Raum ist, erst wenig Personal abgebaut. Hier wurden die Weichen für den Verschlankungsprozess verhältnismäßig spät gestellt.

In absoluten Zahlen liegt Frankreich weltweit hinter Russland, Indien und den USA auf Rang vier. Das Euro-System insgesamt wird nur von Russland übertroffen, das gut 82 000 Zentralbanker oder 57 je 100 000 Einwohner beschäftigt.

Die EZB selbst ist im Gegensatz zu vielen der historisch gewachsenen nationalen Zentralbanken des Euro-Raums eine sehr schlanke Zentralbank. Trotz eines prozentual kräftigen Personalaufbaus ist sie mit 1 300 Mitarbeitern kleiner als acht der zwölf nationalen Notenbanken. Wie groß das Einsparpotenzial ist, zeigt die Bank von Spanien, die trotz deutlich unterdurchschnittlicher Personalstärke ihre Mitarbeiterzahl seit 1999 um 17 Prozent abbaute.

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