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10.01.2009

18:04 Uhr

Beteiligung des Bundes

Commerzbank-Chef sieht lange Beziehung

Mehr als nur wenige Jahre werde der Bund seine Beteiligung an der Commerzbank halten, glaubt der Chef des Instituts, Martin Blessing. Kritik an der kostspieligen Dresdner-Übernahme weist er zurück.

Der Vorstandssprecher der Commerzbank Martin Blessing. Foto: ap Quelle: ap

Der Vorstandssprecher der Commerzbank Martin Blessing. Foto: ap

HB FRANKFURT. Der Bund werde seinen 25-Prozent-Anteil an dem Kreditinstitut "sicherlich nicht in den nächsten zwei bis drei Jahren" wieder verkaufen, sagte Blessing der Zeitung "Welt am Sonntag" laut Vorabmeldung. Das Engagement des Bundes sei andererseits nicht für die Ewigkeit bestimmt, das gelte sowohl für die Aktienbeteiligung als auch für stille Einlagen in Höhe von 16,4 Milliarden Euro. "Wir wollen das Geld so schnell wie möglich zurückzahlen, und wir werden es zurückzahlen", sagte Blessing der Zeitung. Die Summe sei zwar gewaltig. "Aber wer sagt, dass die Commerzbank für ihre Geschäfte auch in fünf Jahren noch so viel Kapital vorhalten muss? Entspannt sich die Lage, können wir überschüssiges Geld wieder an den Staat zurückgeben."

Der Commerzbank-Chef muss sich derzeit einiges an Kritik anhören; schließlich hat die Übernahme der Dresdner Bank einiges zur Schieflage des eigenen Instituts beigetragen. Die Commerzbank zahlt für die Allianz-Tochter gut fünf Milliarden Euro. "Es war unverantwortlich, die Dresdner Bank in dieser Krise zu übernehmen", kritisierte zum Beispiel Aktionärsschützer Lothar Gries von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). "Blessing hat doch früher selbst dort gearbeitet. Er hätte die Leichen im Keller kennen müssen", sagte Gries der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Blessing leitete im Jahr 2000 die Online-Aktivitäten einer Dresdner- Tochter (Advance Bank). Im Zuge der Dresdner-Übernahme durch den Versicherer Allianz im Jahr 2001 wechselte Blessing zur Commerzbank.

In mehreren Zeitungen verteidigte der seit Mai amtierende Vorstandsvorsitzende der zweitgrößten deutschen Bank die riskante Übernahme der angeschlagenen Konkurrentin: Der Milliardendeal sei richtig und gut für Deutschland; eine Absage der Übernahme wäre keine Alternative gewesen, erklärte Blessing.

Blessing versicherte in der "WamS", die neuen Löcher bei der Dresdner seien erst im Dezember offensichtlich geworden. In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" erklärte der Chef des Dax- Konzerns, die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers Mitte September habe die Lage dramatisch verändert: "Deshalb waren wir genötigt, Staatshilfe zu beantragen."

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