Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2007

15:41 Uhr

Beteiligungsgesellschaft

Eurazeo will zukaufen

VonHolger Alich

Bekannt wurde der Fondsinvestor Eurazeo in Deutschland durch die Übernahme des Autovermieters Europcar. Nun will die Gesellschaft weiter zukaufen – und schaut sich verstärkt nach Unternehmen in Deutschland um. Dabei hat der Investor auch schon ein paar Kandidaten im Visier.

PARIS. Die französische Beteiligungsfirma Eurazeo will in Deutschland Unternehmen kaufen. Das erklärte Eurazeo-Vorstand Xavier Marin gegenüber dem Handelsblatt. „Bisher investierten wir vorrangig in Frankreich“, so Marin, „nun wollen wir stärker in Kontinentaleuropa aktiv werden, vor allem in Deutschland.“ Dort würde sich das börsennotierte Beteiligungsunternehmen bereits „mehrere Kandidaten“ anschauen. Weitere Details wollte Marin nicht verraten. Auch in Italien sind die Franzosen auf Objektsuche; hierzu schloss sich Eurazeo mit dem Ex-Lazard-Banker Gerardo Braggiotti zusammen.

Bei seinen Zukäufen achtet Eurazeo auf Faktoren wie ein erfahrenes Management, hohe Markt-Eintrittsbarrieren, Rentabilität und stabile Cash-Flows. Eurazeo ist heute Eigentümer u.a. der B&B-Hotelkette und des Elektronik-Händlers Rexel. In Deutschland wurde Eurazeo durch die Übernahme des Autovermieters Europcar bekannt, den die Franzosen von Volkswagen für drei Milliarden Euro übernahmen.

Eurazeo zählt zu den ältesten Beteiligungsfirmen Frankreichs. Die Ursprünge reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als eine der Vorläufer-Gesellschaften, Gaz et Eaux, gegründet wurde. Heute managt Eurazeo Assets im Wert von rund sechs Milliarden Euro. Großaktionäre von Eurazeo sind Crédit Agricole (16 Prozent) und die Holding SCHP (17 Prozent), in der die Gründerfamilien der Investmentbank Lazard (David-Weill, Meyer, Guyot, Bernheim) ihre Interessen gebündelt haben.

In jüngster Zeit hat Eurazeo sich von einigen seiner ältesten Beteiligungen getrennt und verfügt nun über eine finanzielle Schlagkraft von rund zwei Milliarden Euro. Anfang Dezember verkaufte Eurazeo seine Anteile an dem Lkw-Vermieter Fraikin an den Fonds CVC Capital Partners für 1,35 Mrd. Euro. Ferner trennte sich das Investmenthaus von seinem Anteil am Satellitenbetreiber Eutelsat.

Für Eurazeo-Vorstand Marin ist die Übernahme von Europcar ein gutes Beispiel für die Investmentpolitik des Hauses. „Wir kaufen Unternehmen, um sie zu entwickeln, nicht um sie zu zerschlagen.“ Kurz nach der Übernahme half Eurazeo Europcar, das Europa-Geschäft vom US-Vermieter Vanguard Car Rental Holdings für 670 Mill. Euro zu übernehmen. Zuvor hatte Europcar in Belgien und Spanien Autovermieter zugekauft. „Vorher hatte Europcar über zehn Jahre lang nichts gekauft“, sagt Marin.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×