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13.05.2016

09:04 Uhr

Beteiligungskapital

Warum ein Finanzinvestor in Nasenpads investiert

VonPeter Köhler

Alle Private-Equity-Häuser würden gerne im Mittelstand punkten. Aber die Möglichkeiten für Minderheitsbeteiligungen oder Übernahmen sind rar gesät. Zwei der ältesten deutschen Beteiligungshäuser machen vor, wie es geht.

Ein Marktführer für ein Spezialprodukt: Frey & Winkler.

Nasenpads

Ein Marktführer für ein Spezialprodukt: Frey & Winkler.

FrankfurtHannover Finanz klingt ein wenig nach Provinz, auf jeden Fall nicht so spannend wie KKR oder Texas Pacific Group. Aber die Beteiligungsgesellschaft aus Niedersachsen gehört zu den etablierten Adressen in Deutschland, wenn es um Deals für den Mittelstand geht. Und da lässt sich offenbar trotz des harten Wettbewerbs immer noch gutes Geld verdienen.

Im vergangenen Jahr habe Hannover Finanz eine Rendite von rund 25 Prozent erzielt, sagt Vorstandschef Andreas Schober. „15 Prozent wären enttäuschend, die Mitte zwischen 25 und 15 Prozent ist bei uns der langfristige Trend", gibt sich der Beteiligungsmanager selbstbewusst. Die Preise für Mittelständler seien aktuell sehr hoch, vor fünf Jahren habe man noch zehn bis 20 Prozent weniger zahlen müssen. Das reize die Private-Equity-Manager heute zu Verkäufen.

Hannover Finanz hat im vergangenen Jahr sechs Beteiligungen versilbert und Veräußerungsgewinne von rund 77 Millionen Euro verzeichnet. Insgesamt wurden 67 Millionen Euro an die Investoren ausgeschüttet - es war die höchste Summe seit acht Jahren. Zu den Gesellschaftern der Dachgesellschaft zählen unter anderem die Hannover Rück, die Nürnberger Lebensversicherung und die Privatbank M.M. Warburg. Investorin in den Fonds ist darüber hinaus noch die Commerzbank.

Die größten Verwalter privater Vermögen

Der Markt für Vermögensverwalter

Der Markt für Verwalter privater Vermögen hat ein Volumen von 20,6 Billionen Dollar.
Die zehn größten Vermögensverwalter beherrschen davon 47 Prozent. Allein die UBS kommt auf einen Marktanteil von 9,9 Prozent.

In diesem Ranking nicht berücksichtigt: Vermögensverwalter, die sich nicht auf vermögende Privatkunden fokussieren, wie Blackrock.

Quelle: Scorpio Partnership

Die dynamischsten Vermögensverwalter

Das schnellste Wachstum unter den Vermögensverwaltern legte die BMO Financial Group aus Kanada hin. Durch Übernahmen wuchs das verwaltete Vermögen um 80 Prozent auf 326,4 Milliarden Dollar.

Unter den Top 10 Vermögensverwaltern wuchs JPMorgan Chase & Co. am schnellsten. Die Amerikanier steigerten das verwaltete Vermögen um 19 Prozent auf 428 Milliarden Euro.

Platz 10

Goldman Sachs, USA
Verwaltetes Vermögen: 363 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 10 Prozent

Platz 9

HSBC, Großbritannien
Verwaltetes Vermögen: 365 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 4,5 Prozent

Platz 8

BNP Paribas, Frankreich
Verwaltetes Vermögen: 371 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 6,2 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 6,3 Prozent

Platz 7

J.P.Morgan Chase & Co., USA
Verwaltetes Vermögen: 428 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 18,6 Prozent

Platz 6

Citi Bank, USA
Verwaltetes Vermögen: 551 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr: Keine Angaben, da die Bank ihre Berechnungsgrundlagen geändert hat.

Platz 5

Royal Bank of Canada, Kanada
Verwaltetes Vermögen: 704 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 4,6 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 13,8 Prozent

Platz 4

Credit Suisse, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 884 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 0,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 10,6 Prozent

Platz 3

Bank of America Merill Lynch
Verwaltetes Vermögen: 1,98 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,3 Prozent

Platz 2

Morgan Stanley, USA
Verwaltetes Vermögen: 2,03 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,1 Prozent

Platz 1

UBS, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 2,04 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 3,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 15 Prozent

Quelle: Scorpio Partnership

Seit 1979 hat Hannover Finanz beispielsweise die Drogeriekette Rossmann und die Brillenkette Fielmann mit Eigenkapital aufgezogen. Hannover Finanz gibt in der Regel das Kapital für Unternehmen mit Umsätzen zwischen 20 Millionen und 500 Millionen Euro, Venture Capital für junge Technologiefirmen ist nicht im Angebot.

2015 investierte das Unternehmen insgesamt 75 Millionen Euro in vier neue Unternehmen und ein Folgeengagement. Generell wolle man um die 70 Millionen pro Jahr ausgeben. Private-Equity-Gesellschaften suchen vor allem nach den „Hidden Champions“ im deutschen Mittelstand. Ein Beispiel ist F&W Frey & Winkler, einem nach eigener Darstellung führenden Hersteller von Nasenpads aus Kunststoff für Brillen.

Auch die Deutsche Beteiligungs AG meldete am Donnerstag positive Nachrichten. Für das gesamte Geschäftsjahr gehe man von einem Konzernergebnis von rund 40 Millionen Euro aus, das entspräche einer Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital von 14 Prozent.

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