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20.09.2012

20:23 Uhr

Betrug und Falschbuchung

Verteidiger von UBS-Händler greift Bank an

Der Prozess um den früheren USB-Händler Adoboli spitzt sich weiter zu. Jetzt hat dessen Verteidiger die Bank beschuldigt, das Brechen von Risikolimits toleriert zu haben. Adobolis Vorgesetzter bestreitet den Vorwurf.

Dem 32 Jahre alten Ex-Händler Adoboli werden Betrug und Falschbuchung vorgeworfen. AFP

Dem 32 Jahre alten Ex-Händler Adoboli werden Betrug und Falschbuchung vorgeworfen.

LondonIm Prozess gegen den früheren UBS-Händler Kweku Adoboli hat die Verteidigung Vorwürfe zum Umgang mit Risiken in der Handelsabteilung der Bank erhoben. Zu Adobolis Zeit bei dem Institut hätten Händler das Gefühl gehabt, Risikolimits ignorieren zu können, wenn sie damit Geld für die Bank verdienten, sagte Adobolis Verteidiger Charles Sherrard am Donnerstag vor den zwölf Geschworenen im Londoner Southwark Crown Court. Der frühere Vorgesetzte von Adoboli wies die Behauptungen zurück.

Dem 32 Jahre alten Ex-Händler werden Betrug und Falschbuchung vorgeworfen, die UBS am Ende 2,3 Milliarden Dollar kosteten. Adoboli, der am 15. September 2011 festgenommen wurde, hat auf nicht schuldig plädiert. Falls die Geschworenen ihn für schuldig befinden, muss er mit einer Haftstrafe von bis zu zehn Jahren rechnen.

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Der Verteidiger zitierte aus einem elektronischen Chat zwischen Adoboli und seinem unmittelbaren Vorgesetzten Ronald Greenidge am 14. April 2011. Adoboli habe darin klar gemacht, dass er den Tag mit einer Risikoposition von 40 Millionen Dollar beenden werde, obwohl er über Nacht nur Risiken im Volumen von 25 Millionen Dollar eingehen durfte. Greenidge habe dagegen keine Einwände erhoben. Das sei das erste Beispiel für eine Praxis, in der Risiko-Limits keine Rolle gespielt hätten, solange dabei Geld verdient worden sei, sagte Sherrard.

"Das ist nicht wahr", erklärte Greenidge dagegen. Der mit Adoboli befreundete Vorgesetzte wurde nach der Adobolis Verhaftung von UBS mit der Begründung entlassen, dass er seiner Vorgesetzenrolle nicht gerecht geworden sei und seine Aufsichtspflichten nicht erfüllt habe. Vor Gericht sagte er, er fühle sich unfair behandelt und als Sündenbock abgestempelt.

Die Schweizer Bank bestreitet den Vorwurf Risikolimits überschritten zu haben. dapd

Die Schweizer Bank bestreitet den Vorwurf Risikolimits überschritten zu haben.

In den Mitarbeiter-Beurteilungen der Jahre 2009 und 2010, die auszugsweise vor Gericht vorgetragen wurde, wurde Adoboli von Kollegen als kompetenter und enthusiastischer Händler beschrieben. Eine seiner Stärken sei gewesen, Kunden die Exchange Traded Funds (ETF), mit denen Adobolis Abteilung handelte, überzeugend zu erklären. Sein Vorgesetzter Greenidge selbst schrieb, der junge Händler arbeite zu viel.

Am Tag zuvor hatte Greenidge erklärt, er habe mit Unglauben reagiert, als er von dem Milliardenverlust der Bank erfahren habe. "Ich konnte nicht glauben, dass jemand, mit dem ich so lange zusammengearbeitet habe, so etwas tun würde."

Von

rtr

Kommentare (1)

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vonStillfried

22.09.2012, 16:52 Uhr

Natürlich ist es wieder keiner der Vorgesetzten gewesen, die Herrn Adoboli zu kontrollieren hatten. Risikoposition 40 Mio kein Problem bei 25 Mio limit. So ist es béi allen Banken gelaufen und 'Unglauben' der eigentlich Verantwortlichen, die für diese Zockerei von 32 jährigen(!) die Boni kassiert haben, sind längst auf anderen Jobs und weiter gehts.Verantwortung wir?? Nein, das hat Herr Adoboli ganz alleine gemacht..

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