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22.06.2011

08:47 Uhr

Betrugsfall

JP Morgan muss Millionenbuße zahlen

Die US-Investmentbank JP Morgan hat sich mit der US-Börsenaufsicht SEC auf einen Vergleich geeinigt. Weil die Bank ihre Anleger bei Hypothekenkrediten getäuscht hat, muss sie nun eine Geldbuße in Millionenhöhe zahlen.

JP Morgan Chase hat die eigenen Kunden in Finanzkrise falsch beraten. Quelle: dapd

JP Morgan Chase hat die eigenen Kunden in Finanzkrise falsch beraten.

WashingtonNach Goldman Sachs muss nun auch die US-Großbank JP Morgan Chase für zweifelhafte Geschäfte mit Hypothekenpapieren büßen. JPMorgan zahlt nach Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC insgesamt rund 210 Millionen Dollar an Strafe und Wiedergutmachung - und kommt damit wesentlich günstiger und geräuschloser weg als der Wall-Street-Nachbar Goldman Sachs, der vor einem Jahr 550 Millionen Dollar berappen musste und über Monate hinweg in den Schlagzeilen war.

JP Morgan habe Investoren in die Irre geführt, „gerade als der Häusermarkt anfing zu fallen“, erklärte die SEC am Dienstag in Washington. JP Morgan zahlt in einem Vergleich knapp 154 Millionen Dollar, um die Ermittlungen ad acta zu legen. Der größte Teil davon kommt den Geschädigten zugute. Darüber hinaus überweist die Bank Investoren eines ebenfalls gescheiterten Hypothekenpapiers freiwillig etwa 56 Millionen Dollar, wie JP Morgan erklärte. Eine Schuld räumte die Bank bei beiden Geschäften indes ausdrücklich nicht ein.

Der Fall JP Morgan erinnert bis ins Detail an den Fall Goldman Sachs: Die SEC wirft der Großbank vor, Investoren eines Hypothekenpapiers namens „Squared CDO 2007-1“ darüber im Unklaren gelassen zu haben, dass ein Hedgefonds bei der Zusammenstellung des heiklen Finanzkonstrukts mitgewirkt hat - und anschließend auf ein Scheitern wettete. Das sogenannte CDO habe zehn Monate später, als der US-Häusermarkt eingebrochen war, fast seinen kompletten Wert verloren, erklärte die SEC.

JP Morgan hat in dem Vergleich ein Fehlverhalten weder zugegeben noch abgestritten, sich aber dazu verpflichtet, Transaktionen dieser Art genauer zu prüfen.

Die US-Justiz und die Regulierungsbehörden verschärfen derzeit ihre Gangart gegenüber den Banken, die bislang kaum für ihre Verfehlungen in der Finanzkrise zur Rechenschaft gezogen wurden. Lediglich Goldman Sachs wurde öffentlich vorgeführt. Mittlerweile weht jedoch auch anderen Instituten in den USA ein scharfer Wind entgegen, darunter der Deutschen Bank. Zuletzt hatte der Regulierer NCUA Klage gegen JP Morgan und die Royal Bank of Scotland eingereicht, weil mehrere US-Genossenschaftsbanken nach dem Kauf von fragwürdigen Hypothekenpapieren zusammengebrochen waren.

Kommentare (1)

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21.06.2011, 20:56 Uhr

JPMorgan, leider muß die Firma wohl noch für Bear Stearns Schadenszahlungen drauf packen, weil die Kunden Schrott verkauft hatten und dann gegen die Kunden wetteten.

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