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27.09.2012

13:32 Uhr

Betrugsverdacht

Ex-Credit-Suisse-Banker festgenommen

Wegen Betrugsverdachts hat die Polizei in London einen ehemaligen Banker der Credit Suisse verhaftet. Der leitende Händler soll für Milliarden-Verluste des Schweizer Geldinstituts bei Ramschpapieren verantwortlich sein.

Die Credit Suisse in Zürich. Ein ehemaliger Wertpapierhändler der Bank wurde wegen Betrugsverdachts festgenommen. dapd

Die Credit Suisse in Zürich. Ein ehemaliger Wertpapierhändler der Bank wurde wegen Betrugsverdachts festgenommen.

New YorkEin ehemals ranghoher Wertpapierhändler der Schweizer Bank Crédit Suisse ist in London festgenommen worden. Ihm droht die Überstellung in die USA, wo ihm Betrug im Zusammenhang mit Milliarden-Verlusten der Bank bei Ramschanleihen in den Jahren 2007 und 2008 vorgeworfen wird. Der heute 39-Jährige war zu der Zeit der globale Chef der Credit Suisse für den Handel mit strukturierten Krediten.

In der gleichen Sache hatten sich in den USA bereits im Februar zwei andere frühere Händler der Bank schuldig bekannt. Einer von ihnen hatte erklärt, er habe – wie auch andere Händler – beim Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes Manipulationen vorgenommen.

2008 hatte Credit Suisse überraschend einen Verlust von 2,85 Milliarden Dollar bei Ramschanleihen gemeldet und eine Gruppe von Händlern dafür verantwortlich gemacht. Diese hätten vorsätzlich Preismanipulationen vorgenommen, hieß es damals bei der Credit Suisse.

Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge ist der verhaftete Händler ein US-Bürger, der in Großbritannien lebt. Über seine Anwälte hatte er schon früher erklärt, dass er über die US-Anschuldigungen erstaunt sei, da er doch seit vier Jahren mit den Ermittlern kooperiere. Er sei am Mittwoch vor der US-Botschaft verhaftet worden, erklärte eine informierte Person.

US-Ermittler beschrieben den Betrug als „eine Geschichte amoklaufender Gier“. Bereits am heutige soll das Auslieferungsverfahren gegen den am Mittwoch festgenommenen S. beginnen. Ihm drohen in den USA bis zu 45 Jahre Haft.

Mit Beginn der Immobilienkrise in den USA war der Wert der in den Ramschpapieren gebündelten Kredite zum Teil dramatisch gefallen. Doch statt die Bewertungen der Papiere entsprechend anzupassen, hatten die Banker der Crédit Suisse ihr Orderbuch aufgeblasen und so die Verluste versteckt. Aufgrund der Manipulationen hatte die Credit Suisse falsche Jahreszahlen gemeldet.

Von

rtr

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

27.09.2012, 09:44 Uhr

Hoffentlich wird der Verbrecher hart bestraft und darf in der Zukunft nicht an anderer Stelle in dieser Welt, erneut im Finanzmarktsekor tätig werden!

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27.09.2012, 10:08 Uhr

Ich wäre da skeptisch den Mann als Verbrecher zu betiteln. Ich kenne die CS und weiss wieviele unfähige Leute da sitzen...und unfähig ist noch sehr lieb formuliert. Der Typ war einfach zu blöd und hat mal eben ein paar unglaubliche Beträge durch den Schredder gejagt. Verbrechen? Nein....Blödheit! Ich könnte ein Buch drüber schreiben was da so abgeht...wäre bestimmt der Renner.

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27.09.2012, 10:28 Uhr

Ich bleibe dabei, das die durchgeführten Manipulationen zu Lasten vieler solider Kleinaktionäre, ein Verbrechen ist, und vielen Anlegern die Existenz kostete.
Zu Gunsten der CS Bank möchte ich davon ausgehen, das die Entscheider sicherlich selbst herausgefunden haben, wo die Luschen sitzen, um diese vor die Tür zu setzen!

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