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25.02.2004

15:43 Uhr

Betrugsverdacht

Justiz ermittelt gegen Italiens Zentralbankchef

Ermittlungen wegen Betrugsverdachts hat die italienische Justiz gegen den italienischen Zentralbankchef Antonio Fazio eingeleitet. Sie geht dem Vorwurf der Beihilfe zum Betrug im Zusammenhang mit dem Verkauf hochspekulativer Finanzprodukte durch das Geldinstitut Banca 121 nach.

HB ROM. Die Privatbank soll rund 2500 Anlegern geprellt haben, indem sie hochriskante Finanzprodukte verkauft habe, ohne dabei über tatsächliche Risiken zu informieren, berichtete die italienische Zeitung „La Stampa“. Fazio könnte einem Verdacht Ermittlern zufolge die betrügerischen Bankgeschäfte begünstigt haben.

Die Staatsanwaltschaft der süditalienischen Stadt Trani ermittelt im Fall der Banca 121, die mittlerweile von der Banca Monte dei Paschi di Siena übernommen wurde, bereits gegen 37 Manager. Darunter sei auch Vincenzo de Bustis, der frühere Geschäftsführer der Banca Monte dei Paschi di Siena und heutige Geschäftsführer der Deutschen Bank in Italien. Die italienische Notenbank bezeichnete ihr Verhalten unterdessen als „absolut korrekt“. Die italienische Regierung reagierte mit Überraschung und Besorgnis auf die Ermittlungen.

Auch im Parmalat-Bilanzskandal steht Fazio wegen angeblicher Vernachlässigung seiner Aufsichtspflicht seit Wochen im Kreuzfeuer. Der Notenbankchef und der italienische Wirtschafts- und Finanzminister Giulio Tremonti machen sich gegenseitig schwere Vorwürfe, bei der Aufsicht des völlig überschuldeten und insolventen Konzerns versagt zu haben.

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