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07.10.2015

13:14 Uhr

Bezahlsystem Paydirekt

Paypal-Konkurrent nimmt Fahrt auf

Deutsche Banken wollen im Zahlungsverkehr Boden gutmachen. Ihr neuer Online-Dienst Paydirekt soll dem großen US-Rivalen Paypal Marktanteile abjagen. Nach einem ersten Projekt schließen sich nun weitere Institute an.

Paydirekt will Paypal Konkurrenz machen. Screenshot

Paydirekt

Paydirekt will Paypal Konkurrenz machen.

FrankfurtDer PayPal -Konkurrent der deutschen Banken nimmt langsam Fahrt auf. Nach einem ersten Pilotprojekt mit Mitarbeitern der HypoVereinsbank habe der Online-Bezahldienst Ende September weitere Institute angeschlossen, teilte Paydirekt am Mittwoch mit. Dazu zählen die Commerzbank, die DZ Bank, Comdirect und einige Volks- und Raiffeisenbanken. Derzeit nutzen vor allem Mitarbeiter der Geldhäuser Paydirekt für Einkäufe im Internet, peu a peu schalten sie das Angebot dann aber auch für ihre Kunden frei.

Durch die Einführung von Paydirekt wollen die deutschen Banken verhindern, dass sie im Zahlungsverkehr weiter an Boden verlieren. Experten erwarten, dass Paydirekt Online-Händler dabei mit günstigeren Konditionen locken wird, um dem US-Rivalen PayPal Marktanteile abjagen zu können. Nach dem Online-Shop D-Living ist mit Sport Tiedje inzwischen ein zweiter Verkäufer mit von der Partie. Zudem hat der Online-Dienstleister Computop, der mit mehr als 10.000 Händlern zusammenarbeitet, Paydirekt in sein Angebot aufgenommen.

Paydirekt - was ist das?

Wer steht hinter Paydirket?

Paydirekt ist eine branchenweite Kooperation der deutschen privaten und genossenschaftlichen Banken sowie der Sparkassen.

Was unterscheidet Paydirekt von anderen Bezahldiensten?

Im Unterschied zu anderen Bezahldiensten ist Paydirekt kein Drittanbieter. Die Zahlung wird direkt über das eigene Konto abgewickelt. Außerdem wirbt Paydirekt damit, dass die Informationen über die Kundeneinkäufe nicht weiterverkauft würden. Das soll besseren Datenschutz gewährleisten.

Wie läuft die Registrierung?

Um sich für Paydirekt registrieren zu können, benötigen die Kunden ein Girokonto bei einer teilnehmenden Bank oder Sparkasse, einen Onlinebanking-Zugang sowie eine E-Mail-Adresse.

Können auch Käufer außerhalb Deutschlands Paydirekt nutzen?

Käufer, die keinen Wohnsitz in Deutschland haben, können Paydirekt nutzen, sofern sie ein Girokonto mit Onlinebanking-Zugang bei einer der teilnehmenden Banken oder Sparkasse haben sowie über eine E-Mail-Adresse verfügen.

Ab wann kann man Paydirekt nutzen?

Paydirekt ging Ende 2015 in den Markt.

Welche Gebühren entstehen Händlern durch Paydirekt?

Händler sollen ihre Gebühren direkt mit den teilnehmenden Banken und Sparkassen verhandeln.

Welche Bezahlarten können über Paydirekt abgewickelt werden?

Mit Paydirekt können Händler ihren Kunden den Einkauf mit Direktbuchung, Vorbestellung oder Teilzahlung anbieten.

„Insgesamt ist das Interesse vieler Händler hoch“, sagt Paydirekt-Geschäftsführer Helmut Wißmann. Für viele Nutzer sei der Datenschutz ein wichtiges Kriterium. „Der Verbleib der Kontodaten beim jeweiligen Institut und das 'Made in Germany' spricht viele Kunden an.“ Das Thema ist nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH) zum Umgang mit personenbezogenen Daten in aller Munde. Der EuGH hatte am Dienstag das sogenannte „Safe Harbour“-Abkommen für ungültig erklärt, was das Geschäft für US-Internetkonzerne in Europa erschweren dürfte.

Von

rtr

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