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20.11.2015

09:17 Uhr

BHF-Bank

Umbau verunsichert Kunden

Ein Umbau soll die dünne Kapitaldecke der Frankfurter BHF-Bank aufbessern. Das dürfte sie im kommenden Jahr in rote Zahlen stürzen. Der Finanzvorstand nimmt das in Kauf. Die Kunden und Aktionäre sind skeptisch.

Die Frankfurter Bank hat eine unübersichtliche Eigentümerstruktur. Das belastet auch ihren Umbau und das Kundengeschäft. IMAGO

BHF Bank

Die Frankfurter Bank hat eine unübersichtliche Eigentümerstruktur. Das belastet auch ihren Umbau und das Kundengeschäft.

FrankfurtDie Frankfurter BHF-Bank steht vor einem Umbau. „Wir überprüfen derzeit das Geschäftsmodell, insbesondere in kapitallastigen Bereichen”, sagte Martha Böckenfeld, Finanzvorstand der Muttergesellschaft BHF Kleinwort Benson, am 19. November in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Handlungsbedarf bestehe schon länger, Entscheidungen seien bis Ende Januar zu erwarten.

Unter der Führung des früheren Bankchefs Björn Robens habe sich das Institut zu sehr auf Einmaleffekte verlassen. Gemessen am Eigenkapital verdiene die BHF-Bank zu wenig. „Wir wollen, dass die Bank in Zukunft nachhaltige Erträge erwirtschaftet”, sagte Böckenfeld. Ob damit auch ein Stellenabbau verbunden sein wird, ließ Böckenfeld offen.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Robens war nach einem Streit mit BHF-Kleinwort-Benson-Chef Lenny Fischer als Vorstandschef abgelöst worden. Der chinesische Finanzinvestor Fosun, der sich hinter Robens gestellt hatte, kündigte daraufhin ein Übernahmeangebot für BHF Kleinwort Benson an. Es wird derzeit von der Finanzaufsicht geprüft. Auch die französische Bank Oddo - wie Fosun bereits an BHF Kleinwort Benson beteiligt - liebäugelt Insidern zufolge mit einer Übernahme. Von den unterschiedlichen Vorstellungen der potenziellen Mehrheitseigner will sich Böckenfeld nicht stören lassen: „Wir gehen davon aus, dass wir im Sinne aller Eigentümer handeln, wenn wir die Bank nachhaltig profitabel machen.”

Der Umbau werde zunächst allerdings die Geschäftszahlen des Jahres 2016 belasten, räumte BHF Kleinwort Benson im Bericht zum dritten Quartal ein. Finanzkreisen zufolge drohen dann bei der BHF-Bank rote Zahlen. Laut Böckenfeld liegen die Planungen für 2016 erst im Januar vor. Für 2017 peilt der Konzern weiter einen operativen Gewinn von mehr als 60 Millionen Euro an. Das wäre eine Eigenkapitalrendite von acht Prozent. Die Finanzchefin hält das weiterhin für „durchaus realistisch, wenn das Thema mit der Eigentümerstruktur schnell gelöst ist”. Nach neun Monaten dieses Jahres standen 5,2 Millionen Euro zu Buche.

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Vor allem die Kunden in Deutschland seien wegen des Tauziehens um die Bank irritiert. „Aufgrund der unsicheren Eigentümerstruktur merkt man schon, dass Kunden schwer für neues Geschäft zu gewinnen sind”, sagte Böckenfeld. Bestehende Anleger blieben aber treu. „Die extreme Hängepartie ist geschäftsschädigend und nicht im Sinne der Aktionäre.” Auch die Mitarbeiter seien verunsichert. In den ersten neun Monaten des Jahres sammelte BHF Kleinwort Benson 1,2 Milliarden Euro frisches Geld ein, zuletzt habe sich der Mittelzufluss jedoch verlangsamt. Wegen des deutlichen Abschwungs an den Börsen sei das verwaltete Vermögen im dritten Quartal um 2,5 Milliarden Euro abgeschmolzen.

Von

rtr

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