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17.01.2011

06:39 Uhr

Bieterwettstreit

WestLB versucht sich alle Wege offen zu halten

VonFrank Matthias Drost, Peter Köhler, Robert Landgraf, Thomas Ludwig

Die Zukunft der Landesbank bleibt ungewiss. Bis zum 11. Februar müssen Bieter Angebote für die WestLB vorlegen. Gleichzeitig sucht das Bankhaus weiter im öffentlich-rechtlichen Lager nach Partnern. Derweil werden Zweifel laut, ob die Wettbewerbshüter der EU wirklich unvoreingenommen mit der WestLB umgehen.

Friedrich Merz ist Verhandlungsführer beim Verkauf der WestLB. dpa

Friedrich Merz ist Verhandlungsführer beim Verkauf der WestLB.

Die Verhandlungen um die WestLB gehen auch nach Abgabe der jüngsten Kaufangebote zweigleisig weiter. „Die Veräußerung ist die eine Option, aber natürlich suchen die Eigentümer auch noch nach Fusionslösungen innerhalb des öffentlich-rechtlichen Lagers“, sagte eine an den Verhandlungen beteiligte Person am Wochenende dem Handelsblatt.

Während der Verkaufsprozess „relativ laut“ verlaufe, gingen die Gespräche auf der Ebene der Sparkassenverbände und Länder – also der Eigentümer – eher leise voran. Dem Verkaufsbeauftragten und CDU-Politiker Friedrich Merz zufolge wollen die Eigner jetzt mit vier Kaufinteressenten für die WestLB als Ganzes verhandeln. Beobachter erklärten dazu, Merz habe bisher kein Mandat für einen teilweisen Verkauf.

Bieter würden nun einen Blick in die Bücher werfen und müssten bis 11. Februar 2011 konkretere Angebote vorlegen, sagte Merz. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen wurde die Bietergruppe zuletzt von acht auf vier reduziert. Namen seien bisher im Lenkungsausschuss noch nicht gefallen, die Bieter würden nur mit Buchstaben wie A oder B etc. gekennzeichnet.

Die Düsseldorfer Landesbank muss bis zum Jahresende auf Verlangen der EU-Kommission neue Mehrheitseigentümer finden. Investmentbanker bezweifeln indes, dass sich die WestLB als Ganzes verkaufen lässt. Dabei kämpft Merz mit steigendem Zeitdruck. Denn bis zum 15. Februar erwartet die EU-Kommission die Vorlage eines Restrukturierungsplans, der einen weiteren Stellenabbau und ein weiteres Abschmelzen der Bilanzsumme beinhalten könnte.

In dieser Woche hatten die WestLB-Gremien deshalb einen Verhandlungsmarathon absolviert: Zweimal tagte der einflussreiche Lenkungsausschuss mit Vertretern des Bundes, des Landes NRW und der Sparkassen, auch der Aufsichtsrat trat zusammen. Nach der Sitzung des Lenkungsausschusses am vergangenen Donnerstag in Münster sagte Merz, die EU-Kommission solle bereits kommende Woche über den Stand des Bieterverfahrens informiert werden.

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