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22.03.2006

11:32 Uhr

Bilanz 2005

Sparkassen mit Fünf-Jahres-Hoch

Die deutschen Sparkassen haben unterm Strich ein gutes Jahr hinter sich. Während es operativ Hänger gab, profitierten die Institute von einer gesunkenen Risikovorsorge. An ihr selbst gestecktes Renditeziel kamen sie jedoch noch nicht annähernd heran.

HB FRANKFURT. Wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte, wuchs der Jahresüberschuss der 463 Sparkassen von 1,9 auf 2,3 Mrd Euro. Das sei das beste Ergebnis seit fünf Jahren, hieß es. Allerdings war das Plus vor allem auf eine Entspannung bei der Risikovorsorge zurückzuführen, die um 28 Prozent fiel. Das Betriebsergebnis lag mit 10,9 Mrd. Euro knapp unter dem Vorjahresniveau von 11 Mrd. Euro.

Die Eigenkapitalrendite der Sparkassen lag vergangenes Jahr bei 10,1 Prozent vor Steuern, nachdem es 2004 noch 8,9 Prozent waren. Damit ist die öffentlich-rechtliche Bankengruppe insgesamt trotz der Fortschritte noch weit vom mittelfristigen Ziel einer Rendite von 15 Prozent entfernt.

DSGV-Präsident Dietrich Hoppenstedt, der zum letzten Mal vor dem Amtswechsel an der Verbandsspitze das Zahlenwerk präsentierte, sah vor allem im zweiten Halbjahr eine wachsende Geschäftsdynamik. Er blicke daher optimistisch in das Jahr 2006, sagte Hoppenstedt. Zugleich gestand er ein, dass im ersten Halbjahr 2005 die Geschäftsentwicklung noch „sehr zurückhaltend“ gewesen sei. Vor allem das Geschäft mit Konsumentenkrediten sei in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden: „Wir haben es zu lange kampflos Teilzahlungsbanken und neuen Anbietern überlassen“.

Dagegen berichtete Hoppenstedt im Kreditgeschäft mit Unternehmen von um 17,5 Prozent auf 41,5 Mrd. Euro gestiegenen Neuzusagen. Es gebe einen Überhang von genehmigten, aber noch nicht ausgezahlten Darlehen: „Das wird sich im Unternehmenskreditgeschäft 2006 positiv bemerkbar machen“. Schon heute seien Sparkassen und Landesbanken mit einem Marktanteil von 43,1 Prozent wichtigster Finanzpartner der deutschen Unternehmen, betonte Hoppenstedt.

Als „sehr erfreulich“ wertete der scheidende DSGV-Präsident, dass die bilanzwirksamen Kundeneinlagen 2005 um 5,4 Prozent auf 680,8 Mrd. Euro gestiegen seien. Dies zeige dass sich die Sparkassen im Einlagegeschäft trotz der „Kampfkonditionen“ von Wettbewerbern behaupten könne. Vor allem die Direktbanken hatten sich einen großen Anteil am Kuchen gesichert, während sich die Sparkassen nicht auf eine gemeinsame Direktbank einigen konnten. Für 2006 erhofft er sich weitere positive Impulse von der angelaufenen gemeinsamen Vertriebsoffensive der Sparkassen, zeigte sich Hoppenstedt nun optimistisch.

Die Zahl der Sparkassen ging durch Fusionen um 14 auf 463 zurück. Seit dem Jahr 2000 haben damit rund 100 Institute ihre Unabhängigkeit verloren.

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