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23.03.2012

10:46 Uhr

Bilanz 2011

Umbau treibt HSH Nordbank in die Verlustzone

Stand vor einem Jahr noch ein 100-Millionen-Euro-Plus in der Bank-Bilanz, rutscht die Landesbank nun tief in die roten Zahlen. Ohne einen Kunstgriff sähen die Zahlen allerdings noch wesentlich schlechter aus.

Das Logo der HSH Nordbank an der Hamburger Zentrale. dpa

Das Logo der HSH Nordbank an der Hamburger Zentrale.

HamburgDie HSH Nordbank hat noch schwer an ihrer Vergangenheit zu knapsen: Der von der EU verlangte Konzernumbau und die Kosten für die erhaltene Staatshilfe ließen die Landesbank im vergangenen Jahr in die roten Zahlen abrutschen. Unter dem Strich wies die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein für 2011 einen Verlust von 263 Millionen Euro aus. Vor einem Jahr hatte noch ein Gewinn von gut 100 Millionen Euro in den Büchern gestanden.

Dabei hielt die Bank den Verlust durch einen Kunstgriff noch in Grenzen: Gut eine Milliarde Euro an Abschreibungen auf das Kreditgeschäft sowie Wertpapieranlagen in der internen Bad Bank verbuchte die HSH Nordbank als „Kompensationsposten“ in ihrer Bilanz. Dadurch entstand in der Risikovorsorge ein Ertrag von knapp 390 Millionen Euro. Diesen Schritt wählte die Bank nach eigenen Angaben, um das Eigenkapital zu schonen. Sonst hätten die Eigner erneut Geld nachschießen müssen.

Maßgeblich für den Verlust war nach Angaben der Bank die von der EU auferlegte Sonderausschüttung an die beiden Landeseigner von einer halben Milliarde Euro sowie Kosten für den Personalabbau. Die Summe von 500 Millionen Euro war über eine Kapitalerhöhung an die Bank zurückgeflossen. Dadurch sollten die Vorteile ausgeglichen werden, die die schleswig-holsteinischen Sparkassen und der US-Investor Christopher Flowers als Minderheitsaktionäre hatten, weil die Bank auf Staatskosten gerettet wurde.

Die EU hatte von der Landesbank im Gegenzug für die erhaltenen Staatshilfen verlangt, von einem globalen Player in einigen Märkten zur Regionalbank zu schrumpfen. Die Flugzeugfinanzierung und das internationale Immobiliengeschäft sollten ganz aufgegeben und die Schiffsfinanzierung zurückgefahren werden.

Die Landesbank hatte sich mit riskanten internationalen Kredit- und Wertpapiergeschäften verspekuliert und musste im Frühjahr 2009 von den Ländern vor dem Aus bewahrt werden. Sie gehört zu rund 90 Prozent den beiden Ländern, den Rest halten die Sparkassen und der US-Finanzinvestor Flowers.

Von

rtr

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