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19.02.2013

20:03 Uhr

Bilanz

Deutsche Börse leidet unter schwachem Handel

Die Euro-Schuldenkrise und die scharfen Auflagen für den Handel verunsichern die Anleger - und lassen den Gewinn der Deutschen Börse einbrechen. Nun soll ein Sparprogramm die Bilanz retten.

Die Deutsche Börse kann nur eine magere Ausbeute vorweisen. dpa

Die Deutsche Börse kann nur eine magere Ausbeute vorweisen.

FrankfurtDie Flaute an den Finanzmärkten macht der Deutschen Börse zu schaffen. Der Überschuss brach im vergangenen Jahr um rund ein Viertel auf 645 Millionen Euro ein, wie Deutschlands größter Börsenbetreiber am Dienstagabend mitteilte. Das Frankfurter Unternehmen kämpft damit, dass sich Investoren wegen der Euro-Schuldenkrise und härterer Auflagen der Aufseher zurückhalten. Besonders Banken handeln wegen der strengeren Eigenkapitalanforderungen weniger, das Zocken auf eigene Rechnung haben viele Institute ganz eingestellt. Die Deutsche Börse, deren wichtigste Kunden Banken sind, hat dies in den vergangenen Jahren deutlich zu spüren bekommen. Die Umsätze im Aktienhandel sind auf das Niveau von 2005 zurückgefallen, im Derivategeschäft auf das Level von 2007.

Die Deutsche Börse hat bereits vor zwei Wochen Eckdaten für das Jahr 2012 bekanntgegeben und dabei auch ein 70 Millionen Euro schweres Sparprogramm angekündigt. Bis 2016 sollen dabei 250 Stellen wegfallen, davon 50 Führungspositionen. Einen großen Aufschrei des Betriebsrats hat es bisher nicht gegeben, weil das Unternehmen keine betriebsbedingten Kündigungen plant und zahlreiche Mitarbeiter Interesse an den Abfindungsangeboten signalisierten.

Hinzu kommt, dass die Mitarbeiterzahl bei der Deutschen Börse in den vergangenen Jahren trotz diverser Sparmaßnehmen gestiegen ist. Obwohl 170 Beschäftigte das Unternehmen im Rahmen eines 2010 aufgelegten "Effizienzprogramms" verlassen haben, beschäftigt der Konzern mit knapp 3700 Mitarbeitern heute über 100 Beschäftigte mehr als damals - unter anderem wegen der Verpflichtung von Experten zur Abwicklung von Derivate-Geschäften. Im Vergleich zu anderen Finanzkonzernen sind die Einschnitte bei der Deutschen Börse zudem moderat. Allein die Deutsche Bank will ihre Kosten beispielsweise um 4,5 Milliarden Euro senken und über 2000 Stellen streichen.

Bei der Deutschen Börse sollen auch die Aktionäre einen Beitrag leisten und sich für 2012 mit einer Dividende von 2,10 Euro je Papier zufrieden geben. Im Vorjahr hatten die Eigentümer noch 2,30 Euro sowie eine Sonderdividende von einem Euro erhalten. Außerdem legte der Konzern ein Aktien-Rückkaufprogramm auf. Mit dem Geldregen wollte Börsen-Chef Reto Francioni die Aktionäre kurz nach der geplatzten Fusion mit der New York Stock Exchange (Nyse) bei Laune halten.

Im Nachgang der geplatzten Fusion mit der Nyse fielen für die Deutsche Börse 2012 nochmals Kosten von 13,1 Millionen Euro an, wie der Frankfurter Konzern weiter mitteilte. Insgesamt lagen die operativen Kosten 2012 mit 958,6 Millionen Euro knapp vier Millionen Euro unter denen des Vorjahres. Die Nettoeinnahmen fielen um neun Prozent auf 1,93 Milliarden Euro.

Einen Ausblick für das laufende Jahr gab die Deutsche Börse zunächst nicht. Vorstandschef Francioni wollte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz über die Aussichten für das laufenden Jahr und die Strategie des Unternehmens in der sich wandelnden Börsen-Landschaft berichten

Von

rtr

Kommentare (1)

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gordongecko

19.02.2013, 23:19 Uhr

Jo die schlauesten Köpfe (Physiker die die Derivate entwickelt haben) haben hoffentlich auch schon das Casino verlassen und wirken bei der Energiewende mit.

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